Schwarzer Montag

Ein Fiasko für SP und SVP

Jolanda Urech.

Jolanda Urech.

Beide Aarauer Parteien mussten am Montag eine schlechte Nachricht verdauen. Die SP, dass ihre Stadtpräsidentin Jolanda Urech zur nächsten Wahl nicht wieder antritt. Die SVP, dass sie für das Referendum gegen den Kredit der Alten Reithalle zu wenig Unterschriften zusammengebracht hat.

In der Kantonshauptstadt stehen die zwei grössten und lautesten Parteien vor einem Scherbenhaufen. Die SP verlor gestern ihr wichtigstes Aushängeschild: Stadtpräsidentin Jolanda Urech tritt im Herbst nicht mehr zur Wiederwahl an. Auch die SVP erlebte einen schwarzen Montag: Sie scheiterte mit ihrem Prestige-Referendum gegen das Kulturprojekt Alte Reithalle. Und das drei Tage, nachdem ihre einzige Stadträtin Regina Jäggi ihren Rückzug aus der Politik angekündigt hatte – ebenso überraschend wie Jolanda Urech.

Beide Frauen versetzen ihre Parteien in Nöte. Ohne die bisherige Regina Jäggi wird die SVP keinen zweiten Stadtratsitz schaffen. Und wen soll die SP als Urech-Nachfolgerin portieren? Ihre Stadträtin Franziska Graf ist parteiintern umstritten. Die im Herbst mit einem Glanzresultat in den Grossen Rat gewählte Gabriela Suter verfügt über keinerlei Exekutiv-Erfahrung. Diese kann auch Marco Hardmeier nicht bieten. Aber er hat letztes Jahr als Grossratspräsident überzeugt. Und als Schulleiter verfügt er über Führungserfahrung. Stellt sich nur die Frage, ob er einen Wechsel ins Stadtpräsidium anstrebt?

Wird die FDP vom Elend der SP profitieren? Schafft sie es, das vor vier Jahren verlorene Stadtpräsidium zurückzuerobern? Die Chancen ihrer Stadträte Lukas Pfisterer und Hanspeter Hilfiker sind jedenfalls schlagartig gestiegen. Oder schlägt die Stunde einer Aussenseiterin? Angelica Cavegn (Pro Aarau) wurde 2013 überraschend als Vizepräsidentin gewählt. Noch selten war das Rennen so offen, noch nie gab es in Aarau ein so grosses politisches Erdbeben.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1