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Ein überfälliger Schritt

Bauern sollen weniger Pestizide spritzen und die Umwelt insgesamt weniger belasten. (Archivbild)

Bauern sollen weniger Pestizide spritzen und die Umwelt insgesamt weniger belasten. (Archivbild)

Der Bundesrat erkennt die Zeichen der Zeit doch noch: Er will die Landwirtschaft auf Grün trimmen. Bauern sollen weniger Pestizide spritzen und die Umwelt insgesamt weniger belasten. Der Bundesrat handelt unter dem Druck der populären Trinkwasser-Initiative. Er tut dies allerdings reichlich spät – das Volksbegehren wurde 2017 eingereicht. Erst jetzt scheint der Bundesrat gemerkt zu haben, dass er konkrete Massnahmen zur Reduktion des Pestizideinsatzes ergreifen muss, um die Initiative zu bekämpfen.

Denn heute ist die Bilanz schlecht. Die Landwirtschaft hat keines der 13 Umweltziele vollständig erreicht, die der Bund festgelegt hat. Die Schuld dafür den Bauern in die Schuhe zu schieben, greift zu kurz. Der Bund steht ebenfalls in der Verantwortung. Es ist daher richtig, dass der Bundesrat handelt. Er tut dies mit Augenmass–ohne die Landwirtschaft ganz umzupflügen, wie es die Initiative will. Eher bizarr mutet indes an, dass er dabei mögliche Auswirkungen von neuen Freihandelsabkommen auf die Schweizer Bauern nicht thematisiert.

Dem ehemaligen Winzer und heutigen Bundesrat Guy Parmelin obliegt es nun, das Parlament und die Bauern zu überzeugen. Für die Landwirte brächte die Agrarpolitik neue Auflagen, aber auch Chancen. Ihr derzeit angeschlagenes Image dürfte sich bessern. Und für umweltfreundlich hergestellte Produkte sollten sie auch mehr Geld erhalten. Die Frage ist, ob wir Konsumenten bereit sind, auch mehr zu bezahlen.

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