Das achtlose Wegwerfen von Kleinabfällen – neudeutsch Littering – ist ein Riesenärgernis. Seit Jahrzehnten laufen Informations- und Plakatkampagnen, wird in den Schulen aufgeklärt, stellen Bauern Schilder auf. Wer es wissen will, weiss, dass Littering verboten ist. Wer leere Zigarettenpäckli, Aludosen und anderes einfach irgendwo hinschmeisst, zeigt damit der Natur gegenüber grosse Geringschätzung, auch gegenüber den Männern und Frauen im orangen Übergwändli, die all den Müll einsammeln müssen. Die Kosten trägt die All-gemeinheit. Littering ist auch eine Gemeinheit Tieren gegenüber, die beim Verschlucken einer beschädigten Dose elendiglich zugrunde gehen können.

Im Grossen Rat ist man sich einig: Das geht nicht. Doch was soll man tun? Die einen setzen tapfer weiter primär auf Kampagnen und Aufklärung. Aber damit macht man sich etwas vor. Andere wollen zurück zum Flaschenpfand. Damit könnte man einen Teil der Abfälle vermeiden. Am Grundproblem ändert es aber nichts. Alle Erfahrung zeigt leider: Littering wird immer schlimmer.

Ergänzend zur Aufklärung wird deshalb eine abschreckende Busse nötig. Ob es dann 100 oder 300 Franken kostet, ist nicht zentral. Entscheidend ist, selbst wenn es schwierig ist, das Gesetz auch anzuwenden. Papiertiger haben wir nämlich genug. Polizisten müssen dann halt auch mal an neuralgischen Punkten warten, um Litterer in flagranti zu erwischen und sofort zu büssen. Erst wenn dies gemacht und über die hohen Bussen berichtet wird, kann man auf eine Trendwende zum Besseren hoffen.

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