Liebe Anwesende, schön, dass Sie auch heute wieder zu meinem Publikum gehören. Wie immer freut es mich, hier am Redepult stehen und Ihnen meine Meinung über geschlechtergerechte Sprache mitteilen zu dürfen. Man könnte meinen, es sei leicht, mündlich über Sprache zu berichten. Doch das stimmt nicht. Geschlechtsunspezifische Pronomen zum Beispiel lassen sich viel schwieriger in die Alltagssprache integrieren als in einen geschriebenen Text. Zu schnell fallen wir in alte Muster zurück! Dabei gibt es ein paar Faustregeln, die alle ganz einfach beachten könnten. Sprechen Sie doch mal von ‹Personal› statt von ‹Kollegen›. Oder von ‹Haushaltshilfe› statt von ‹Putzfrau›. Oder von ‹Gericht› anstatt von ‹die Richter›. Keiner, äh, niemand wird Ihnen das übel nehmen. Vermutlich nicht einmal bemerken! Um das zu wissen, brauchen wir keinen fachkundigen Rat. ‹Fräulein› sagt heute schliesslich auch kaum jemand mehr. Das zeigt: Sprache ändert sich! Das sagt Ihnen jede Lehrperson.»

Diese fiktive kleine Rede eines fiktiven Vertreters (entschuldigen Sie: Vertretenden) einer fiktiven Organisation zur Durchsetzung von geschlechtergerechter Sprache enthält elf geschlechtsneutrale Worte, wie sie von der Bundeskanzlei empfohlen und die üblicherweise in männlicher Form genannt werden. Finden Sie sie?