Kommentar

Fazit: Optimierungspotenzial scheint hier noch vorhanden

(Bild: Susi Bodmer)

Wie angespannt die Situation ist, unterstreicht die Tatsache, dass der Stadtrat dem Einwohnerrat (Bild) nicht wie üblich Budget und Finanzplan gleichzeitig vorlegt, sondern Letzteren erst Ende Jahr präsentieren will. (Archivbild)

(Bild: Susi Bodmer)

Wenn es Positives zu vermelden gibt, stellen sich die Verantwortlichen gerne ins Rampenlicht. Vielleicht ist es deshalb bezeichnend, dass Thomas Bumbacher, Leiter Finanzen der Stadt Baden, bei der Präsentation des Budgets 2017 nicht anwesend war.

Zwar kommt dieses freundlicher daher als die Jahrgänge 2015 und 2016, die in der laufenden Rechnung noch ein Minus vorsahen. Doch abgesehen davon, dass Budgets immer mit Vorsicht zu geniessen sind – die letzte Rechnung schloss 12 Mio. Franken über Budget ab –, bedeutet die schwarze Null nicht, das die Finanzen der Stadt Baden über den Berg sind.

Im Gegenteil: Wie angespannt die Situation ist, unterstreicht die Tatsache, dass der Stadtrat dem Einwohnerrat nicht wie üblich Budget und Finanzplan gleichzeitig vorlegt, sondern Letzteren erst Ende Jahr präsentieren will.

Grund: Aufgrund der Abschreibungen der getätigten und vor allem geplanten Investitionen «könnte das Haushaltsbudget ab 2018 gefährdet sein». Zu Deutsch: In der Haushaltskasse der Stadt Baden – also in der Erfolgsrechnung – bleibt Ende Jahr jeweils zu wenig übrig, um einen namhaften Beitrag an Investitionen und deren Folgekosten beizutragen. 

Was tun? Entweder weniger investieren, was sich aber als Boomerang erweisen könnte, weil Investitionen insgesamt die Standortattraktivität steigern und wieder Wertschöpfung generieren.

Oder aber dafür sorgen, dass die Erfolgsrechnung unter dem Strich positive Zahlen schreibt. Dies wiederum dank mehr Einnahmen – Stichwort Steuerfusserhöhung – oder weniger Ausgaben beziehungsweise schlankerer Verwaltung.

Zwar streicht der Stadtrat gerne die Bemühungen des Sparprogramms Optima heraus. So habe man den Nettoaufwand gegenüber dem Budget 2016 um 8 Prozent senken können. Stimmt: Aber es zeigt sich schon jetzt, dass der Wert beim Budget 2016 viel zu hoch angesetzt wurde. Fazit: Es scheint so, als wäre hier noch Optimierungspotenzial vorhanden.

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