Frau Lüscher hat wieder angerufen. Sie habe Post von ihrer Hausbank bekommen. Ein dickes Couvert. Und nun sei sie etwas verwirrt.

Bankgeschäfte seien nun wirklich nicht meine Stärke, sagte ich zu ihr, sie solle sich doch bitte direkt an ihre Bank wenden.

Es gehe eben nicht direkt um ein Bankgeschäft, sagte Frau Lüscher, es gehe eher um ein Geschenk.

«Ein Geschenk?», fragte ich.

«Ja», flüsterte Frau Lüscher, «meine Bank will mir eine Drohne schenken. Mit eingebauter Kamera. Sie kann 16 Minuten in der Luft bleiben und lässt sich mit der blossen Hand steuern.»

«Das kann nicht sein», sagte ich.

«Doch», erwiderte Frau Lüscher, «ich habe im Internet nachgeschaut: Man kann die Drohne tatsächlich von Hand steuern!»

«Das meine ich doch gar nicht», sagte ich, leicht genervt. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihnen die Bank einfach so eine Drohne schenkt.»

«Schon nicht einfach so», räumte Frau Lüscher ein . «Ich muss bei einem Fonds-Sparplan mitmachen und mindestens 200 Franken pro Monat einzahlen.»

«Und? Werden Sie es tun?», fragte ich.

«Mir bleibt keine Wahl. Ich muss es tun», sagte Frau Lüscher.

Denn ihre Nachbarin sei bei derselben Bank Kundin. Und die werde sich die Chance garantiert nicht entgehen lassen, mit der Bankdrohne den privaten Garten der Familie Lüscher zu erkunden. Da müsse sie doch dagegenhalten. Falls die Nachbarin Lüschers Garten ausspionieren werde, dann werde sie subito ihre eigene Drohne losschicken. 200 Franken pro Monat könne sie sich noch lange leisten.

Ich versuchte, Frau Lüscher zu erklären, dass sie da möglicherweise etwas verwechsle. Aber sie hörte mir nicht mehr zu und legte auf.