Funda Yilmaz

Gemeinderat tut das einzig Richtige – auch wenn er Unfrieden im Dorf riskiert

Funda Yilmaz mit ihrem Freund in Buchs.

Funda Yilmaz mit ihrem Freund in Buchs.

Die Gemeinde Buchs nimmt bei der Einbürgerung von Funda Yilmaz einen zweiten Anlauf. Der Kommentar.

Die Nicht-Einbürgerung von Funda Yilmaz hat diesen Sommer die Leute bewegt – weit über die Landesgrenzen hinaus. Wie man einer unbescholtenen jungen Türkin, die hier geboren und aufgewachsen ist und ihr eigenes Geld verdient, die Einbürgerung verweigern kann, war nicht nachvollziehbar. Entsprechend heftig fiel der Sturm der Entrüstung aus, der über die Aargauer Gemeinde Buchs hinwegfegte.

Besonders über Mitglieder der Einbürgerungskommission und des Gemeinderats – alles Milizpolitiker – die dieses Ausmass an Hass sicher nicht verdient haben. Fakt ist: Bei den Gesprächen mit der Einbürgerungskommission hat Yilmaz nicht geglänzt. Die Kommission allerdings auch nicht. Ebenso wenig der Einwohnerrat, der zu sehr auf die Einschätzung der Kommission vertraut hat.

Überraschung: Buchser Gemeinderat will Funda Yilmaz nun doch einbürgern

«Frau Yilmaz ist froh»

Er hat im Hintergrund die Fäden gezogen und Funda Yilmaz auch geraten, sich im Moment nicht gegenüber den Medien zu äussern: Das sagt ihr Anwalt Markus Leimbacher am Mittwoch.

Gegen den Negativentscheid hat Yilmaz beim Regierungsrat Beschwerde eingelegt. Der Gemeinderat hätte nun einfach dessen Urteil abwarten können – würde der Regierungsrat zugunsten von Yilmaz entscheiden, könnte man sich grummelnd dem Verdikt fügen und die fehlende Gemeindeautonomie monieren.

Doch der Buchser Gemeinderat handelt klug: Er wurde selber aktiv. Ging über die Bücher, bestellte Yilmaz zum Gespräch. Und kommt zum Schluss: Wir haben die Sache falsch eingeschätzt. Zwar desavouiert er damit die Einbürgerungskommission. Während er Schadensbegrenzung betreibt und das ramponierte Image der Gemeinde wieder zurechtrückt, riskiert er Unfrieden im eigenen Dorf.

Sein Vorgehen ist trotzdem richtig. Fehler können passieren. Wichtig ist, wie man damit umgeht. Grösse zeigen und den Fehler eingestehen ist der richtige Weg.

nadja.rohner@azmedien.ch

«Ich war extrem nervös»

«Ich war extrem nervös»

Ausschnitte aus der Sendung «TalkTäglich» mit Funda Yilmaz und SVP-Asylstratege Andreas Glarner.(26.6.2017)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1