Kommentar

Hauswirtschaft und Lehrplan 21: Nicht auf Kosten des Kochens

Der Lehrplan 21 krempelt das Fach Hauswirtschaft an Aargauer Schulen völlig um. Der Kommentar.

Die gute alte Kochschule wird ­umgekrempelt. Stand im Fach Hauswirtschaft bislang das gemeinsame Kochen im Mittelpunkt, wird der Fokus mit dem Lehrplan 21 hauptsächlich auf gesellschaftlichen ­Themen wie Nachhaltigkeit, Foodwaste oder Wirtschaft liegen. Für das eigentliche Kochen muss künftig halb so viel Unterrichtszeit reichen.

Junge Erwachsene rechtzeitig für wirtschaftliche Themen zu sensibilisieren, ist richtig und wichtig. Aber das auf Kosten der Praxis zu machen, ist falsch. Täglich wird uns gesagt, wie wichtig gute Ernährung ist. Dass sie Grundlage für Wohlbefinden, ­Gesundheit und Leistung ist. Wer schlecht isst, dem geht es nicht gut. Doch was nützt das Reden über gesundes Essen, wenn man nicht weiss, wie man es kocht?

Kochen kann man nicht einfach so, es ist Lernen. Lernen, welches Gemüse wann Saison hat. Lernen, wie man einen Kochtopf vor der Explosion bewahrt. Wie man ein Plätzchen brät, ohne dass es zur Schuhsohle wird. Oder dass man ein Rüebli besser nicht schält, weil sonst die Vitamine verloren gehen.

Dinge, die zwar viele von daheim wissen. Aber eben längst nicht alle. Und Dinge, die Zeit und Übung brauchen. In Französisch würde schliesslich auch keiner behaupten, dass man nach einem halben Jahr schon so weit sei, dass einem das Parlieren Spass mache.

katja.schlegel@chmedia.ch

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