Apropos

Hightechschrott, den niemand braucht

An Technik-Messen seit Jahren immer wieder aufs Neue präsentiert: der Backofen mit Wi-Fi-Anbindung. (Symbolbild)

Der Backofen mit Wi-Fi-Anschluss gilt als Wunderwerk der Technik. Warum das Gerät im Alltag aber nichts taugt.

An Technik-Messen wird er seit Jahren immer wieder aufs Neue präsentiert: der Backofen mit Wi-Fi-Anbindung. Die Hersteller sehen in ihm ein Symbol für den technologischen Fortschritt. Die Küche geht endlich online, die digitale Revolution im Haushalt steht bevor, das Internet der Dinge vor dem Durchbruch. Das heisst es nun schon seit einer Dekade. Doch die Backöfen in den Schweizer Küchen bleiben altbacken: ohne Hightech-Schnickschnack.

Seit kurzem hat sich nun aber eine Familie in meiner Verwandtschaft einen Wi-Fi-Backofen einbauen lassen. Oder genauer gesagt, die Verwaltung ersetzte den kaputten Backofen durch ein solches Wunderwerk der Technik. Damit man wieder auf dem neusten Stand ist.

Die Freude über das neue Gerät war allerdings bald dahin: Man kann es nicht programmieren – eine Funktion welche die arbeitstätige Mutter regelmässig nutzte. Echt. Stattdessen zeigt die App auf dem Handy zuverlässig die Temperatur an. Umstellen, kann man sie aber nicht. Nur online beobachten, wie das Essen bei zu hoher Hitze offline verkohlt.

In der Küche ist der Wi-Fi-Backofen zum Symbol geworden für Hightechschrott, den niemand braucht.

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