Kommentar

Kreative Ideen: In der Coronakrise müssen wir nutzen, was neu geschaffen wurde

Kathrin Steinmann, Geschäftsführerin der Buchhandlung Otz in Lenzburg ist auf Heimlieferungen umgestiegen.

Kathrin Steinmann, Geschäftsführerin der Buchhandlung Otz in Lenzburg ist auf Heimlieferungen umgestiegen.

In ausserordentlichen Zeiten sind die Menschen nicht nur ausserordentlich hilfsbereit, sondern auch ausserordentlich kreativ. Unsere Generation hat das noch nie so erlebt wie in diesen Tagen. Jetzt hat sie die Chance, all die vielen neuen Angebote auch zu nutzen: Die Hilfsbereitschaft von Privaten anzunehmen, den Überlebenswillen von Geschäftsbetreibern zu belohnen. Denn was nützt es, wenn niemand die Blumen telefonisch bestellt und abholt, oder wenn sich niemand das Essen vom neu geschaffenen Beizen-«Take away» liefern lässt?

Staunen wir darüber, wie sich in wenigen Tagen die Landschaft der Detailhändler und Wirte verändert hat. Etwa, indem der «Bären» in Bözen heute Samstag «Hausi’s Holzofe-Brot» und die «Bäre»-Salatsauce über die Gasse verkauft. Der Start vor einer Woche war ein Hit. Etwa, indem die «Gault Millau»-Wirte von der «Brücke» in Niedergösgen einen Food-Truck vor ihr Lokal stellen und dort ihre vier Lernenden wirken lassen. Auch hier war der Beginn vielversprechend.

Ja, viele Gastronomen haben sich etwas einfallen lassen. Es ist angerichtet, man muss es nur noch bestellen und schätzen – auch damit es am Tag «Corona+1» die Beizen noch gibt. Damit wir dann die altvertraute Atmosphäre, die wir im Moment vermissen, wieder geniessen können.

Auch Metzger, Bäcker, Detailhändler aller Art profilieren sich mit speziellen Angeboten. Die Art des Einkaufens ist häufig etwas anders, aber sehr wohl möglich. Ein Telefon hat jeder, Internet die allermeisten – und abholen können es auch viele.

Wer es nicht schafft oder die Wohnung nicht verlassen darf, weil er einer Risikogruppe angehört, sollte die Hauslieferdienste in Anspruch nehmen. Die sind wie die Pilze aus dem Boden geschossen. Zum Beispiel arbeitet die «Chäsi» Kirchleeerau mit der örtlichen Chrischona-Gemeinde zusammen. Oder im Seetal hat der Lions Club Hallwil einen Hauslieferservice in zehn Gemeinde aufgezogen. Auch die Stadtbibliothek Aarau ist dabei: Sie nennt es «Home Delivery». In Aarau bringen Velokuriere bis zu fünf Bücher nach Hause.

Also: Zeitung lesen, Internet konsultieren – und von den neuen Möglichkeiten profitieren!

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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