Der Schock für Deutschlands Sozialdemokraten kam um Punkt 18 Uhr: Mit der ersten Prognose des Wahlergebnisses im Saarland zerplatzte der Traum vom Traumstart ins Wahljahr 2017. Glasklar verloren, zehn Prozentpunkte hinter der CDU. Ein Dämpfer für die Partei. Und vor allem: ein herber Rückschlag für den Kanzlerkandidaten.

Seit die SPD Martin Schulz zum Merkel-Herausforderer machte, kannte die Euphorie unter den Genossen kaum noch Grenzen. Schulz, der Auserwählte aus Würselen, führt die SPD zurück ins Kanzleramt, war man sich sicher. Ein Wahlsieg im Saarland, der dank Schulz-Effekt nicht mehr utopisch, sondern greifbar schien, sollte dies untermauern. Das ging gründlich schief. «Die
Bäume sind nicht in den Himmel gewachsen», sagte Saarlands SPD-Chef Heiko Maas. Ein «Schlag in die Magengrube» wäre das treffendere Bild gewesen.

Abschreiben sollte man die Partei und Schulz dennoch nicht. Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ist sehr beliebt, die Wahl gestern war eher eine Wahl für «AKK», wie sie genannt wird, und weniger gegen die SPD. Dennoch hat der Schulz-Hype an Glanz verloren. Vor dem Showdown mit Merkel im September stehen nun noch zwei Gelegenheiten aus, das zu ändern. Vorteil SPD: Weder bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein noch in Nordrhein-Westfalen kann die CDU mit Kandidaten à la AKK aufwarten.

Das sind alle Bundeskanzler von Deutschland: