Zehn Gemeinden aus dem Zurzibiet klären seit mehr als eineinhalb Jahren eine mögliche Grossfusion unter dem Projektnamen «Rheintal+» ab. Bei einem Ja aller Gemeinden würde die flächenmässig grösste Gemeinde im Kanton entstehen. Lange war es für ein Vorhaben dieser Grösse ruhig, ausgesprochen ruhig.

Aus den involvierten Fachgruppen und aus der Bevölkerung waren fast ausnahmslos positive Signale zu hören. Kritiker traten zumindest öffentlich nicht in Erscheinung. Wie sich nun aber zeigt, gibt es doch Widerstand. Mehrere Gemeinden stehen einem Zusammenschluss nicht nur kritisch, sondern gar ablehnend gegenüber.

Die Empfehlungen aus Mellikon, Fisibach und Rietheim machen deutlich, dass der Weg zu einer Fusion noch beschwerlich werden könnte. Themen wie Identitätsverlust oder Schulstandort rücken plötzlich ins Zentrum der politischen Debatte und dürften bis zu den ausserordentlichen Gemeindeversammlungen Ende Mai für Diskussions- und Zündstoff sorgen.

Denn nur bei einem Ja würde im September an der Urne über einen Zusammenschluss abgestimmt. Sollten mehr als fünf Gemeinden oder Bad Zurzach am 23. Mai den Antrag zurückweisen, wäre das bereits das Ende des Projekts.

Noch verfügen die Befürworter von Rheintal+ – oder Zurzach, wie die Gemeinde künftig heissen soll – über eine scheinbar satte Mehrheit. Für eine Fusion müsste das mühelos reichen. Doch so uneingeschränkt, wie es lange den Anschein machte, ist der Rückhalt nicht. Die Fusionswilligen tun daher gut daran, in den kommenden Wochen die eigenen Reihen zu schliessen – und gleichzeitig die Skeptiker mit Argumenten zu überzeugen.