Lehrplan 21

Mehr Schule zum gleichen Preis?

Jörg Meier
Aargauer Schüler müssen unter dem neuen Lehrplan mehr zur Schule.

Aargauer Schüler müssen unter dem neuen Lehrplan mehr zur Schule.

Die Aargauer Kinder müssen deutlich weniger Zeit in der Schule verbringen als die Kinder in den meisten andern Kantonen. Besonders krass ist die Situation an der Realschule. Im Schnitt der Deutschschweizer Kantone besuchen die Schülerinnen und Schüler in drei Jahren 104 Wochenlektionen. Im Aargau sind es zurzeit nur gerade 82 Lektionen. Aber auch auf der Primarstufe ist der Unterschied erheblich: Der Deutschschweizer Durchschnitt beträgt hier 169 Lektionen für sechs Jahre, die Aargauer Primarschüler kommen lediglich auf 156 Pflichtlektionen. Der neue Lehrplan wird diese Ungleichheit zwar nicht ganz zum Verschwinden bringen, aber doch erheblich verringern. Auch deshalb ist er eine gute Sache. Er bringt Stundentafeln, die der Harmonisierung entsprechen, welche die Bundesverfassung verlangt. Und unsern Kindern nicht nur neue Lerninhalte, sondern auch mehr Unterrichtszeit.

Nun fragt sich der Laie natürlich, wie das denn gehen soll: Kostenneutral soll die Einführung des Lehrplans sein, aber gleichzeitig bringt er eine erhebliche Erhöhung der Lektionen. Die Experten im Bildungsdepartment haben gerechnet und eine kompliziert tönende Lösung präsentiert, die, wie sie sagen, funktionieren kann und nur eine minime Verschlechterung für Schüler und Lehrpersonen bringen soll. Die gebundenen Lektionen sollen reduziert, Wahl- in Pflichtfächer umgewandelt werden. Die Lehrerverbände, auch mit vielen Experten bestückt, geben dem Lehrplan zwar gute Noten, bezweifeln aber vehement, dass er kostenneutral funktionieren kann.

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