Neulich brachte eine Seniorin einen von Hand verfassten Leserbrief auf die Redaktion. «Ich habe halt kein E-Mail», sagte sie fast entschuldigend. «Das ist schon recht so, besten Dank. Wir freuen uns immer über Leserbriefe», sagte ich, ehe ich zum Drucker schritt. Um das Schreiben einzuscannen und dem Leserbriefredaktor zu schicken, auf dass er dann den Text tipptopp abtippt.

Womit er sich zur Brücke macht, die zwei Welten verbindet. Die am Bildschirm. Und die mit dem Papier in der Hand einer freundlich lächelnden Frau.

Mir geht eine andere Frau durch den Kopf, die ihre Leserbriefe auch von Hand schreibt. Und jene, die regelmässig Post schickt. Und jener Mann, der kürzlich an den Schalter kam, um zu fragen, ob wir jetzt die Lottozahlen nicht mehr bringen — keine Angst: Sie gingen letzte Woche im Zuge des neuen Zeitungslooks vergessen. Und sind jetzt wieder da. Viele meinen, all das seien alte Zöpfe. Aber im Internet sind noch längst nicht alle dabei. Leider glauben mir das viele nicht. Aber vielleicht jetzt, wenn ich es schreibe.