Kommentar

Möbel Pfister-Verkauf: Ein Deal mit Nebenwirkungen

Den grössten Nutzen aus dem Deal zieht die Pfister-Holding, die geschätzt mehr als 500 Millionen Franken durch den Verkauf erhält.

Den grössten Nutzen aus dem Deal zieht die Pfister-Holding, die geschätzt mehr als 500 Millionen Franken durch den Verkauf erhält.

Geschätzt mehr als 500 Millionen Franken erhält die Pfister-Holding mit dem Verkauf ihres Möbelhauses. Doch in diesem Deal steckt viel Risiko.

Die Führung von Möbel Pfister preist den Verkauf der Firma als weitsichtige Lösung zum Wohl der Mitarbeiter. Doch den Kunden und den einheimischen Lieferanten des Möbelhändlers bringt der Verkauf an die XXXLutz-Gruppe kaum Vorteile.

Die Kundschaft kann sich fortan nur noch vom Einheitsbuffet des Einkaufsverbundes der Österreicher bedienen. Gleichzeitig müssen sich die hiesigen Lieferanten mächtig an die Decke strecken, um ihr Bestellvolumen wenigstens halten zu können.

Den grössten Nutzen aus dem Deal zieht die Pfister-Holding, die geschätzt mehr als 500 Millionen Franken durch den Verkauf erhält. Mit dem Geld will die Holding unternehmerisch tätig bleiben. Gemeint ist etwa die Finanzierung von Jungunternehmen. Da ist viel Risiko im Spiel. Eine wirksame Kontrolle ist deshalb zwingend.

Doch der Verwaltungsrat der Pfister-Holding kontrolliert sich de facto selbst, indem er die Organe der mit seiner Aufsicht betrauten Pfister-Stiftung selber wählt. Ohne wirksame Kontrolle drohen Selbstgefälligkeit und Sorglosigkeit. Davon können andere gescheiterte Stiftungskonstruktionen wie jene von Kuoni ein Lied singen.

Eine erste Voraussetzung zur Eindämmung dieser Gefahren ist Transparenz. Doch davon ist bei Pfister leider noch gar nichts zu erkennen. Das würde dem weitsichtigen Stiftungsgründer Fritz Gottlieb Pfister kaum gefallen.

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