UBS-Umzug

Neue Chancen für Verlierer-Regionen

Der UBS wird der zentrale Zürcher Paradeplatz zu teuer. (Archiv)

Der UBS wird der zentrale Zürcher Paradeplatz zu teuer. (Archiv)

Früher waren das Militär und die Staatsbetriebe SBB und PTT Garanten dafür, dass es auch in den Randregionen sichere Arbeitsplätze gab. Das ist vorbei. Die schrumpfende Armee hat an volkswirtschaftlicher Bedeutung verloren, und die Staatsbetriebe wurden in Aktiengesellschaften umgewandelt, die modern sein wollen: Bahn und Post eröffneten jüngst in Zürich und Bern Verwaltungspaläste mit Tausenden von Mitarbeitern.

Nun macht ausgerechnet die Grossbank UBS, Inbegriff des globalisierten Finanzkapitalismus, alles anders: Sie verlagert 500 Jobs von Zürich nach Schaffhausen und weitere 600 Stellen nach Biel. Im Gegensatz zum Militär und zu den Staatsbetrieben früher handelt die UBS nicht aus regionalpolitischer Räson, sondern aus Profitdenken: Die Mieten und Löhne sind in Biel bis zu 20 Prozent tiefer als in Zürich.

Das mag in Zürich auf Unverständnis stossen, aber aus gesamtschweizerischer Sicht ist das eine gute Nachricht. Ebenso, dass gemäss Informationen der «Nordwestschweiz» auch die Credit Suisse mögliche «Inlandverlagerungen» prüft. Denn seit die Globalisierung in den 1990er-Jahren durchzuschlagen begann, profitierten vor allem die Grossstädte. Doch diese wurden teurer und teurer, sodass die vermeintliche Schwäche der Regionen abseits der Zentren nun plötzlich als Stärke erscheint. Hier sind das Leben und das Wirtschaften günstiger. Und dank der Digitalisierung relativiert sich ihre geografische Abgelegenheit. Der UBS-Entscheid ist ein Signal – weit über die Grossbank hinaus. Nun müssen die Randregionen ihre Chance nur noch packen.

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