Rio 2016

Nino Schurter ist oben auf dem Olymp angekommen

Nach Bronze in Peking (2008) und Silber in London (2012) krönt sich Nino Schurter an den Sommerspielen in Rio de Janeiro zum Olympiasieger

Nach Bronze in Peking (2008) und Silber in London (2012) krönt sich Nino Schurter an den Sommerspielen in Rio de Janeiro zum Olympiasieger

Alle vier Jahre eine Stufe höher. Bronze 2008 folgte Silber 2012. Nun ist Nino Schurter am Ziel: Er gewinnt Gold und komplettiert seinen olympischen Medaillensatz.

Wäre es ein Sportfilm made in Hollywood, die Fachwelt würde ihn zerreissen: Viel zu kitschig. Doch Nino Schurters Erfolg an Sommerspielen ist seit gestern keine Fiktion mehr, sondern Sportgeschichte. Bronze 2008 bei der ersten Teilnahme als Rookie. Silber 2012 bei der zweiten Teilnahme, diesmal als Co-Favorit, und nach einer bitteren Niederlage im Endspurt. Und nun Gold 2016, bei der dritten Teilnahme als mittlerweile erfolgsverwöhnter Routinier und Hauptfavorit. Nach einer von Anfang bis Ende herausragenden Leistung.

Im elitären Kreis

Mit seinen drei olympischen Medaillen gehört Schurter zu den erfolgreichsten Schweizer Athleten überhaupt. Die Art und Weise seines jüngsten Sieges steht für die Beharrlichkeit, die Schurter nebst all seinen technischen Fähigkeiten auszeichnet. Er hat in seiner Karriere nicht viele schmerzhafte Niederlagen erlitten. Aus jener 2012 in London hat er die richtigen Schlüsse gezogen.

Schurter arbeitete danach noch härter, noch mehr auf Details versessen und hat in den letzten vier Jahren den Massstab in seiner Sportart gesetzt. Er hat etwas erreicht, was nur wenigen Athleten gelingt: Seine eigene Sportart zu definieren. Cross Country, das ist Nino Schurter. Nino Schurter, das ist Cross Country. Alle, auch seine engsten Konkurrenten, schauen zu Schurter auf, eifern ihm nach, sehen in ihm Antrieb und Vorbild in einem.

Und der Weg des Bündners ist keinesfalls zu Ende. Die Steigerung nach den Rängen 3, 2 und 1 an Olympischen Spielen ist zwar nicht möglich, mehr als Gold geht nicht. Schurter kann sich nun aber daran machen, der Allergrösste seines Sports zu werden. Er hat gute Chancen, bis zum Karrierenende sowohl die Anzahl Weltmeistertitel als auch Gesamtweltcupsiege in für seine Nachfolger kaum zu erreichende Höhen zu schrauben. Und Schurter dürfte auch 2020 in Tokio zu den Anwärtern auf eine Medaille gehören. Was im Cross Country alles möglich ist, wenn das ganze Paket stimmt, beweist der 36-jährige Julien Absalon auch diese Saison. Schurter wird in Japan «erst» 34 sein.

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