Kommentar

Parteimanager oder Brandstifter: Was verspricht der SVP Aargau mehr Erfolg?

Rolf Jäggi oder Andreas Glarner: Wer wird Aargauer SVP-Chef?

Rolf Jäggi oder Andreas Glarner: Wer wird Aargauer SVP-Chef?

Im Zweikampf um das Aargauer SVP-Präsidium treten mit Nationalrat Andreas Glarner und Grossrat Rolf Jäggi zwei äusserst unterschiedliche Politiker an. Ein Kommentar.

Die Wahl zum Parteipräsidenten ist der wohl wichtigste Personalentscheid der SVP Aargau seit Jahren. Hauptaufgabe von Thomas Burgherrs Nachfolger: die Erosion der Wählerschaft stoppen; 6,5 Prozent verlor die SVP bei den Nationalratswahlen im Herbst.

Dazu braucht die lange vom Erfolg verwöhnte Rechtspartei wieder mehr Mobilisierungskraft; jeder vierte SVP-Wähler ging bei den letzten Wahlen nicht an die Urne. Zweitens muss der Neue der etwas träge gewordenen Parteiorganisation neues Leben einhauchen.

Mit Rolf Jäggi und Andreas Glarner kandidieren zwei Politikertypen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Jäggi, der bisher vor allem parteiintern gewirkt hat und gegen aussen noch weitgehend unbekannt ist, gilt als bodenständiger Parteisoldat, der die gemässigten Töne bevorzugt.

Der allseits bekannte Glarner verkörpert das Gegenteil: Der ideologiegetriebene Nationalrat sucht die Provokation ohne Rücksicht auf Verluste. Er will am Parteitag mit einer «Brandrede» aufrütteln, wie er ankündigt.

Die SVP-Basis muss also entscheiden, welcher Weg ihr erfolgversprechender scheint: der mit Brandstifter Glarner oder jener mit Parteimanager Jäggi. Die SVP-Delegierten müssen sich zudem überlegen, was sie eher auszuhalten bereit sind: einen Präsidenten, der regelmässig eine Bombe zündet und damit Freund und Feind aufschreckt, oder einen Präsidenten, bei dem Politik statt in Schwarz-Weiss auch mal in Grau daherkommt.

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