Bewirbt sich die CVP-Nationalrätin und national profilierte Gesundheitspolitikerin Ruth Humbel um den frei gewordenen Regierungssitz im Aargau? Sie wäre gewichtige Kandidatin gewesen.

Jetzt ist klar: Die ehemalige Spitzen-OL-Läuferin tritt nicht an. Sie konzentriert sich auf ihr Nationalratsmandat. Dort winkt ihr als Krönung ihrer politischen Karriere das Präsidium der Kommission Gesundheit und Soziales. Da werden die Weichen für grosse Schweizer Zukunftsthemen gestellt, nämlich Altersvorsorge und Gesundheit. Der sehr gut vernetzten Humbel mit ihrem nüchternen Aargauer Pragmatismus ist zuzutrauen, Mehrheiten für zukunftsfähige, aber auch bezahlbare Lösungen zu finden.

So gesehen ist ihr Entscheid verständlich, zumal sie als Regierungsrätin nächstes Jahr schon wieder im Wahlkampf stünde. Anderseits war sie die Trumpfkarte der CVP, die jetzt nicht sticht. Vielleicht auch, weil Humbel nach zwei vergeblichen Ständeratsanläufen ein gebranntes Kind ist. Eine Wahl wäre zudem nicht garantiert gewesen. Denn Humbel schreckt vor unpopulären Vorschlägen wie einem höheren Selbstbehalt für Fettleibige nicht zurück. Damit schafft man sich auch Gegner.

Jetzt ist das Rennen um den freien Regierungssitz also wieder völlig offen. Favoriten sind noch nicht auszumachen. Richtigerweise haben dabei aber Frauen einen Startvorteil. Ob eine von ihnen diesen mit Erfolg nutzt, erfahren wir am 20. Oktober.