Kommentar

Staunen über das nicht gesagte Wort

Die Medienkonferenzen des Bildungsdepartements zum Schuljahresbeginn folgen seit Jahren einem bewährten Schema. Man trifft sich an einer Schule irgendwo im Aargau, der Bildungsdirektor und seine Abteilungsleiter informieren zum Stand der Dinge an der Schule. Dann folgt ein Unterrichtsbesuch in der Gastschule. So war es auch an der gestrigen Information, die im Schulhaus der Stiftung Zeka in Aarau stattfand.

Und doch: Diesmal war etwas anders. Zwar erfuhren die Medienleute, wie es der Aargauer Schule geht, dass es, obwohl fast unmöglich, wieder gelungen ist, so ziemlich alle Lehrerstellen einigermassen anständig zu besetzen; der Bildungsdirektor skizzierte all die vielen Projekte, die in der Pipeline sind; so den neuen Lehrplan (kommt im nächsten Jahr) oder das neue Lohnsystem (kommt in zwei Jahren).

Das ist alles wichtig und gut. Doch das Erstaunliche an Hürzelers Ausführungen war, dass ein Wort fehlte. Jenes Wort, dass in den letzten Jahren bei jeder Schuldiskussion allgegenwärtig war und für viel Frust gesorgt hat: «sparen».

Am Montag sagte Hürzeler kein einziges Mal «sparen». Der Begriff, der die Bildung so lange geprägt hat, war bei der Vorstellung der laufenden Projekte schlicht nicht präsent. Vielleicht ein Anzeichen dafür, dass «sparen» in der Bildung etwas von seiner Dominanz verloren hat. Dass pädagogische Argumente wieder an Bedeutung gewinnen.

joerg.meier@chmedia.ch

Autor

Jörg Meier

Jörg Meier

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