Kommentar

Turner, kommt bald wieder!

Urs Helbling

Noch nie hatte es in Aarau so viele Rollkoffer. Noch nie so viele XXL-Ghettoblaster. Noch nie so viele Sportler. «Junge und alte, dicke und dünne», wie Bundespräsident Ueli Maurer sagte.

Die Stadt bebte zehn Tage lang. Tagsüber die friedlichen Wettkämpfe – mit herausragenden Aargauern, man denke an Oliver Hegi und die Lenzburger Aerobic-Turnerinnen. Abends die fröhlichen Partys – wie Ballermann, nur besser. Dass dabei auch einige die Grenzen des Bierkonsums ausloteten – den Brummschädel mögen wir ihnen gönnen. Und wir grüssen den Ostschweizer, der gestern Morgen eine zerbrochene Festbank heimgetragen hat – als Trophäe.

Das ETF 2019 ist Vergangenheit – so schön war die Turnfest-Schlussfeier

Das ETF 2019 ist Vergangenheit – so schön war die Turnfest-Schlussfeier

Fast 2500 Turner aus dem ganzen Land sorgten mit ihren Darbietungen im ausverkauften Stadion Brügglifeld für den lauten und überaus bunten Schlussakt.

Das Eidgenössische Turnfest (ETF) hat es einmal mehr bewiesen: Aarau ist prädestiniert für solche Anlässe. Dank seiner zentralen Lage, seiner guten Infrastruktur, seinem Schachen – alles auf engstem Raum. Solche Grossveranstaltungen müssten zum Geschäftsmodell der Kantonshauptstadt gehören. Nach den Jodlern (2005), den Schwingern (2007), den Schützen (2010), den Volksmusikern (2015) und jetzt den Turnern fehlen nur noch die Blasmusiker. Das nächste Eidgenössisches Musikfest findet 2021 in Interlaken statt. Die Bewerbung für 2026 müsste bis Anfang 2023 eingereicht sein.

«Aarau2019» war bis zur Perfektion gut organisiert. Doch ein Fest ist immer erst dann ganz zu Ende, wenn abgerechnet ist. Sollte es hier noch eine Überraschung geben, sie wäre einigermassen zu ertragen – weil das, was Aarau in den letzten zehn Tragen erlebte, einzigartig war.

urs.helbling@chmedia.ch

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Urs Helbling

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