Umfahrung Mellingen

Verbessern statt verhindern

Fabian Hägler

Weil dem Bau der Umfahrung Mellingen zu viel Kulturland zum Opfer fällt, muss der Kanton Aargau nochmals hinter die Bücher. Das Urteil aus Lausanne freut die Umweltverbände, es dürfte das Projekt verzögern – aber nicht verhindern.

Am gleichen Tag, als der Kanton die Motorfahrzeugstatistik publizierte und einen neuen Höchststand von Autos mit AG-Nummern bekannt gab, wurde das Bundesgerichtsurteil zur Umfahrung Mellingen bekannt. Das war Zufall, dennoch gibt es einen klaren Zusammenhang. Wenn immer mehr Autos auf den Aargauer Strassen verkehren, ist immer mehr Verkehrsinfrastruktur notwendig. Zumindest ist eine Mehrheit der Bevölkerung dieser Meinung, die in den vergangenen Jahren diverse Umfahrungsprojekte an der Urne gutgeheissen hat.

Grundsätzlich anders sehen dies VCS, WWF und andere Umweltverbände. Sie setzen sich für mehr öffentlichen Verkehr ein und bekämpfen die Strassenprojekte – im Fall der Umfahrung Mellingen gar bis vor Bundesgericht. Das Urteil aus Lausanne freut die Verbände, es dürfte das Projekt verzögern – aber nicht verhindern. Der VCS-Geschäftsführer geht davon aus, dass die Umfahrung gebaut wird und sagt, sie werde nicht an den Verbänden scheitern.

Das klingt nicht nach grundsätzlicher Opposition, sondern nach Kompromissbereitschaft. Für den Kanton und Baudirektor Stephan Attiger könnte das ein Signal sein, das Gespräch mit den Verbänden zu suchen. Vielleicht lässt sich eine Projektvariante finden, die von VCS und WWF nicht wieder über alle Instanzen bekämpft wird. Gerade im Interesse der verkehrsgeplagten Bevölkerung, die seit Jahren auf die Umfahrung wartet, wäre ein Dialog besser als ein erneutes juristisches Hickhack.

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