Kommentar

Verkehrskonzept Oase: Dem Wachstum einen Schritt voraus

Das Gesamtverkehrskonzept enthält konkrete Massnahmen, aber auch Fragezeichen: Regierungsrat Stephan Attiger, Verkehrsexperte Carlo Degelo und Brugg-Regio-Vertreter Richard Plüss (von rechts) an der Medienkonferenz.

Das Gesamtverkehrskonzept enthält konkrete Massnahmen, aber auch Fragezeichen: Regierungsrat Stephan Attiger, Verkehrsexperte Carlo Degelo und Brugg-Regio-Vertreter Richard Plüss (von rechts) an der Medienkonferenz.

Die Aargauer Bevölkerung wächst. Bis 2040 werden allein im Ostaargau 55'000 zusätzliche Einwohner und 25 000 zusätzliche Arbeitsplätze erwartet. Dafür braucht es Wohnungen, Büros, aber auch Verkehrsinfrastruktur. Anders als früher wissen wir heute aufgrund der Raumplanung, wo die künftigen Entwicklungsschwerpunkte sein und wo die Verkehrsbedürfnisse besonders zunehmen werden.

Neu ist allerdings, dass künftig nicht mehr der Bevölkerungsentwicklung hinterher gebaut werden soll, sondern dass der Kanton die Verkehrsinfrastruktur auf das erwartete Wachstum ausrichten will. Das macht Sinn, wie der Blick auf chronisch überlastete Verkehrsabschnitte zeigt – etwa in der Klus von Baden.

Doch wie soll das geschehen? Soll man wie früher einfach Strassen verbreitern, oder noch mehr Strassen bauen? So funktioniert es nicht mehr. Das Fassungsvermögen der Städte für den motorisierten Individualverkehr ist ausgeschöpft. Wenn künftig noch viel mehr Menschen in die Zentren wollen, geht das nur mit einer klugen Mischung aus einer chirurgisch genauen Verbesserung des (Umfahrungs-)Angebots für den motorisierten Individualverkehr, mehr öffentlichem Verkehr (Limmattalbahn) und einer massiven Förderung des platzsparenden Fuss- und Veloverkehrs.

Es ist aber an der Region selbst, in Verhandlungen mit dem Kanton herauszufinden, welches die besten Lösungen sind, zum Beispiel im Raum Siggenthal –, sodass die betroffene Bevölkerung diese am Schluss mittragen kann.

mathias.kueng@chmedia.ch

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