Kolumne

Von Dienst- und Klassenkameraden bei Möbel Pfister

Jörg Meiers Erinnerungen an Möbel Pfister reichen bis in seine Kindheit zurück.

Jörg Meiers Erinnerungen an Möbel Pfister reichen bis in seine Kindheit zurück.

Unser Autor hat eine spezielle Beziehung zum Suhrer Möbelhaus, das jetzt verkauft wurde. Seine Erinnerungen an das Geschäft reichen bis in die Kindheit zurück.

Mein Vater hatte einen Dienstkameraden. Der war Wohnberater bei Möbel Pfister. So war es klar, dass unsere Familie, wenn wir denn Möbel brauchten, diese bei Möbel Pfister kauften, was den Dienstkameraden, der uns in Suhr jedes Mal möbeltechnisch eng begleitete und beriet, natürlich sehr freute.

Was aber meinen Vater wiederum mehr als einmal dazu veranlasste, leicht übermütig das bessere und teurere Modell zu nehmen. Auch an die Diskussionen im Auto auf der Heimfahrt kann ich mich erinnern. Wenn dann einige Wochen später der Möbel-Pfister-Lastwagen in unserem Quartier vorfuhr, war das ein kleines Ereignis. Denn Möbel von Möbel Pfister leisteten sich nur jene, die es sich leisten konnten.

Als ich Jahre später meine erste eigene Wohnung einrichtete, tat ich das vorwiegend mit den günstigen Möbelbestandteilen aus dem neuen schwedischen Möbel-Bastel-Geschäft; beim Zusammensetzen streifte ich Verzweiflung und Wahnsinn. Aber das Schlimmste war: Ich kam mir vor wie ein mieser Verräter.

Mindestens 20 Jahre später durchwanderte ich wieder die Wohnabteilung in Suhr. Als ich mich auf dem vorgegebenen Pfad zwischen den köstlichen Sofas durchschlängelte, rief plötzlich eine überaus freundliche Frau meinen Namen; ich sah sie an, erkannte sie recht schnell: Eine ehemalige Klassenkameradin aus der Volksschule, die jetzt als Wohnberaterin bei Möbel Pfister tätig war. Weiter möchte ich nicht erzählen.

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Jörg Meier

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