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Lasst mir meinen Garten!

Gemeinden beginnen mit dem Verbieten von Schottergärten. (Archiv)

Gemeinden beginnen mit dem Verbieten von Schottergärten. (Archiv)

Über Geschmack muss man in diesem Fall nicht streiten: Reine Schottergärten sind kaum je ein schöner Anblick. Dennoch gibt es sie: Hausbesitzer, die es fertig bringen, dass ihr Garten grau statt grün aussieht. Zum ästhetischen kommt in solchen Fällen noch der ökologische Graus: Die Gärten werden heiss, sie sind ein Fluch für die Artenvielfalt.

Trotzdem erstaunt es, dass Gemeinden jetzt mit dem Verbieten von Schottergärten beginnen. Einerseits ist das Einfamilienhaus der Rückzugsort des Schweizers par excellence. Was auf meiner Parzelle passiert, ist in der Regel Privatsache. Andererseits ist man sich heute viel bewusster als vor ein paar Jahren, welche Folgen diese Art der Gartengestaltung hat. Ist es dann tatsächlich gerechtfertigt, dass der Staat jetzt noch vorschreibt, wie die Bürger ihre Gärten zu gestalten haben? Er bezahlt ja schliesslich auch nicht den Gärtner, wenn das 75-jährige Ehepaar nicht mehr jäten kann und stattdessen lieber ein Steinfeld vors Haus stellt.

Dass reguliert wird, liegt ganz im Umwelttrend. Was bisher verpasst wurde, wird jetzt bis ins Detail nachgeholt. Es wäre blauäugig, zu glauben, dass man das Regulieren so einfach aufhalten kann. Das ist Zeitgeist. Dabei gäbe es auch eine mildere Variante: mit Vernunft überzeugen.

lucien.fluri@chmedia.ch

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