Pakistan

Gefangen in der Gewaltspirale

Taliban stürmten eine Schule. Bei den meisten Toten handelt es sich um Kinder und Jugendliche.

Taliban stürmten eine Schule. Bei den meisten Toten handelt es sich um Kinder und Jugendliche.

Bei seinem Amtsantritt als Pakistans Regierungschef rangierte ein Thema ganz oben auf der Agenda von Nawaz Sharif: der Kampf gegen den Terror. Sharif hoffte, dass er die Taliban an den Verhandlungstisch holen und befrieden könne.

Diese Hoffnung ist am Dienstag endgültig gestorben: Die Taliban haben bei ihrem unfassbaren Gemetzel nicht nur das Leben von über 100 unschuldigen Kindern ausgelöscht. Sie haben auch alle Chancen auf eine friedliche Lösung des Konflikts zunichtegemacht.

Pakistan wird die Geister, die es rief, nicht mehr los. Einst hatte der Geheimdienst die Taliban im Kampf gegen die Russen in Afghanistan hochgepäppelt. Inzwischen sind auch in Pakistan Talibangruppen erstarkt, die sich gegen ihre einstigen Ziehväter richten und aus Pakistan einen Scharia-Staat machen wollen. Zehntausende Todesopfer hat der Terror in den vergangenen Jahren gefordert. Heute ist Pakistan, ähnlich wie Afghanistan, in einer nicht enden wollenden Spirale der Gewalt gefangen. Doch bis heute fehlen den Verantwortlichen in Afghanistan und Pakistan gleichermassen Rezepte, um den Terror einzudämmen.

Der Anschlag in Peschawar bedeutet eine neue Dimension des Grauens, eine neue Runde im Terror, der nicht mal mehr vor den Schwächsten der Schwachen haltmacht. Pakistans Militär dürfte auf Rache sinnen. Dem Land steht ein blutiges Jahr 2015 bevor.

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