Flugzeugunglück

Nach MH17-Bericht: Russland spielt sein altes Spiel

Eine Zusammenfassung der MH17-Untersuchungs-Ergebnisse (kurz)

Eine Zusammenfassung der MH17-Untersuchungs-Ergebnisse (kurz)

Es ist das alte Spiel, dass Russland betreibt. Nach dem Bericht zum MH17-Absturz über die Ukraine versucht die russische Regierung, Einwände gegen die Untersuchung zu erheben. Doch das zeigt nur an, das was nicht stimmt bei den Russen.

Als Flug MH17 über der Ostukraine abstürzte, kamen 298 Menschen ums Leben. Die niederländische Untersuchungsbehörde gelangte am Dienstag zu einem klaren Schluss: Es war eine Buk-Rakete aus russischer Produktion, die das zivile Flugzeug zerstörte. Wer die Rakete abfeuerte, sagt der Bericht nicht. Wahrscheinlich kam sie aus einer Gegend, welche die von Moskau unterstützten Separatisten kontrollierten. Sofort beginnt es wieder, das alte Spiel zwischen Russland und der internationalen Gemeinschaft. Moskau erhebt allerlei Einwände gegen die Untersuchung, obwohl alle anderen sechs beteiligten Länder den Schlussfolgerungen zustimmen. 

Für neutrale Laien sind die sich widersprechenden Behauptungen schwierig einzuordnen. Doch man muss kein Experte sein, um das Vorgehen der beiden Seiten einzuschätzen. Die Niederländer informieren mit grösstmöglicher Transparenz: Sie haben Hunderte Seiten starke Berichte veröffentlicht. Jede Interpretation ist begründet, auch russische Argumente werden gewürdigt. Fachleute werden die Informationen in den nächsten Monaten durchkämmen, Unstimmigkeiten kämen zweifellos ans Licht.

Auf russischer Seite hingegen ist es mit der Transparenz nicht zum Besten bestellt. Ein Beispiel: Moskau stellte nur eingeschränkte Radardaten zur Verfügung, obwohl internationale Regeln anderes verlangen. Solche Tricks passen zu einer Regierung, die sich unter Putin spezialisiert hat, einen demokratischen Rechtsstaat zu imitieren. Wer genau hinschaut, erkennt jedoch zahllose Unstimmigkeiten, verwedelt durch Intransparenz. So verhält sich nur, wer etwas zu verbergen hat.

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