Werden Tiere immer menschlicher oder sind wir Menschen etwas übersensibilisiert, wenn es um unsere tierischen Schützlinge geht? Unsere kleine Hündin kratzt sich trotz aller Pflege ständig. Das bereitet mir Sorgen.

Flöhe? Sollte nicht sein. Sie ist erst vor kurzem mit einem Flohmittel behandelt worden. „Es kann eine Flohallergie sein“, beginnt der Arzt bei der Kratz-Ursachen-Suche das Ausschlussverfahren. Tja, jede Begegnung mit einem anderen Tier, das Flöhe hat, kann also zum juckenden Ärgernis für unsere Hundedame werden. Genügt doch ein einzelner Flohbiss.

Und dann wären da als mögliche weitere Ursache eine Rindfleischallergie. Kann aber auch sein, dass es eine Getreideunverträglichkeit ist. Da können wir zwar bei unserem Futter darauf schauen. Was aber bei: „Jö, ist die süss. Diesen Hundeaugen kann ja keiner widerstehen.“ Die Begegnung mit anderen Hundehaltern ist jeweils auch begleitet von Leckerlis verteilen. Nicht wir, bei uns gibt es keine solchen. Vielleicht lieben es unsere Hunde deshalb von anderen. Gönnen würden wir es ihnen ja schon, wäre da nicht die mögliche Getreideallergie. Kann aber auch eine Milbe sein, die sich da bei unserer Hündin ausgesprochen wohlfühlt und sie zum Kratzen gerne hat.

Ja, und wenn es diese nicht ist, dann kommen noch zig andere Allergien infrage. „Früher“, sagt deshalb auch kürzlich ein Mann zu mir. „Früher waren Hunde noch Hunde. Da hat man nicht so ein Geschiss drum gemacht. Wenn es den Hund juckte, dann kratzte er sich, basta. Und heute, da macht man Allergietest wie bei Menschen. Wo kommen wir denn da hin. Sind wir denn total plemplem geworden.“

Nein, sage ich da. „Wir sind halt alle ein bisschen mehr auf den Hund gekommen. Übertreiben es das eine oder andere Mal auch bei all der Liebe, Hege und Pflege manchmal halt auch gern ein wenig.“ Und früher war sicher auch nicht einfach alles nur gut. Da hätte sich wohl der eine oder andere kratzgeplagte Hund über etwas mehr Zuwendung gefreut.