Österreich

100 Jahre Salzburger Festspiele im Zeichen von Corona

Tobias Moretti als "Jedermann" und Caroline Peters (Buhlschaft) während der Fotoprobe zum Schauspiel "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal im Rahmen der Salzburger Festspiele. Foto: Barbara Gindl/APA/dpa

Tobias Moretti als "Jedermann" und Caroline Peters (Buhlschaft) während der Fotoprobe zum Schauspiel "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal im Rahmen der Salzburger Festspiele. Foto: Barbara Gindl/APA/dpa

Im Zeichen ihres 100-jährigen Bestehens und strenger Hygienemassnahmen beginnen an diesem Samstag (01.08.) die Salzburger Festspiele.

Als erste von zwei Opern-Neuinszenierungen steht am Eröffnungsabend in der Felsenreitschule Richard Strauss' mythischer Einakter "Elektra" (Regie: Krzysztof Warlikowski, Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst) auf dem Programm, gefolgt von der Wiederaufnahme des "Jedermann" in der Inszenierung von Michael Sturminger auf dem Salzburger Domplatz. Das Mysterienspiel aus der Feder von Hugo von Hofmannsthal war vor 100 Jahren erstmals in Salzburg gespielt worden, die "Jedermann"-Premiere vom 22. August 1920 gilt als Gründungstag der Salzburger Festspiele.

Am Sonntag gibt es mit Wolfgang Amadeus Mozarts "Così fan tutte" (Regie: Christof Loy, Musikalische Leitung: Joana Mallwitz) im Grossen Festspielhaus eine weitere Opernpremiere, gleich anschliessend im Landestheater dann die mit Spannung erwartete Uraufführung des Schauspiels "Zdenec Adamec" aus der Feder von Literaturnobelpreisträger Peter Handke.

Als eines der wenigen grossen Musik- und Theaterfestivals in Europa waren die Salzburger Festspiele nicht wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Allerdings wurde das Programm zusammengestrichen und modifiziert. Statt ursprünglich geplanter 200 Vorstellungen an 16 Spielstätten wird es nur 110 Vorstellungen an acht Spielstätten geben.

Ausserdem gelten strikte Hygienebestimmungen vor und hinter der Bühne. So müssen sich alle Künstler regelmässig auf das Virus testen lassen und zum Teil ein Kontakttagebuch führen. Für das Publikum gilt Maskenpflicht auf allen Gängen; die Eintrittskarten sind personalisiert und nur zusammen mit einem Identitätsausweis gültig. Generell gibt es nur Stücke ohne Pause. Die Buffets bleiben geschlossen.

Weitere Höhepunkte der ungewöhnlichen Festspielsaison sind ein Zyklus sämtlicher Klaviersonaten Ludwig van Beethovens mit dem Pianisten Igor Levit, eine Konzertreihe der Wiener Philharmoniker, zwei Gastkonzerte der Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko sowie ein Arienabend mit Starsopranistin Anna Netrebko und ihrem Ehemann, dem Tenor Yusif Eyvazov. Am 22. August findet ein "Jedermann"-Tag im Festspielbezirk und der Felsenreitschule statt, bei dem neben dem aktuellen "Jedermann" Tobias Moretti auch alt gediente "Jedermann"-Darsteller wie Klaus Maria Brandauer und Peter Simonischek zu erleben sind.

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