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Ahoi Bikini! So ist Abnehmen ganz einfach

Abnehmen ist selten einfach. Jetzt haben Wissenschaftler Verblüffendes herausgefunden: Tellergrösse und Farbkontraste beeinflussen unser Essverhalten. So sollen kleine und bunte Teller besonders gut geeignet sein, um weniger zu essen.

Abnehmen fällt schwer. Von «Schlankmacherpillen» über diverse Diätprogramme bis hin zu kalorienarmer Kost tummeln sich auf dem Markt mannigfaltige Produkte, die eine Topfigur verheissen. Allein, das Patentrezept zur Gewichtsreduktion hat die Forschung noch nicht gefunden.

Amerikanische Ernährungswissenschafter warten nun mit einem banalen und ebenso verblüffenden Befund auf. In ihrer Studie, die im Fachblatt «Journal of Consumer Research» erschienen ist, zeigen die Koautoren Koert van Ittersum (Georgia Institute of Technology) und Brian Wansink (Cornell University) auf, dass sowohl Grösse des Tellers als auch und die Farbe des Tischtuchs einen signifikanten Einfluss auf die verzehrten Portionen der insgesamt 225 Probanden hatten.

Geschirr und Gewicht

Die Arbeiten beruhen auf der Annahme, dass die Delboeuf-Täuschung unsere Essgewohnheiten beeinflusst. Diese Illusion, benannt nach dem Schweizer Mathematiker und Psychologen Joseph Delboef, korrespondiert mit einer optischen Täuschung zweier konzentrischer Kreise. Der innere Zirkel schaut nach unserer Wahrnehmung kleiner aus, wenn er von einem weitaus grösseren Kreis umgeben wird. Dagegen wirkt der innere Kreis grösser, wenn er von einem minimal grösseren Kreis umschlossen wird. So weit die Theorie.

Die Wissenschafter behaupten nun, dass es sich bei einem runden Teller genauso verhält. «Wenn die Leute sich etwas auf den Teller laden, visieren sie dessen Grösse an», konstatiert Koert van Ittersum. «Aufgrund der optischen Täuschung nimmt sich die Portion kleiner aus, als sie in Wirklichkeit ist. Folglich häufen die Leute mehr auf, um das zu bekommen, was sie durch ihre Perzeption als Zielgrösse festmachten.» Grosse Teller laden also dazu ein, sich mit einer grösseren Ration einzudecken. Die Studie bestätigt damit ein Untersuchung aus dem Jahre 2006. Damals haben Forscher bei einer Untersuchung mit 139 Probanden den Einfluss der Tellergrösse auf das Essverhalten bereits nachgewiesen.

Bis zu 30 Prozent mehr bei grossen Tellern

Gemäss der neuen Studie erhöhen grosse Teller die Essquantität um 9 bis 31 Prozent. Ein banaler Befund, der aber empirisch evident ist. Die Tellergrösse in den USA hat seit 1900 um 23 Prozent zugenommen. Die fetten Jahre des Aufschwungs schlugen sich in der Esskultur nieder. Und damit auch in der Figur. Heute gelten zwei von drei Amerikanern als übergewichtig. Die Betroffenen leiden unter Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Stoffwechselstörungen.

Freilich kann Fettleibigkeit nicht allein auf die Tellergrösse zurückgeführt werden. Neben sozio-kulturellen Faktoren wie Frust und Langeweile spielen auch genetische Faktoren eine gewichtige Rolle. Doch offensichtlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Geschirr und Gewicht – und somit eine rein visuelle Ursache für das Essverhalten.

Das eigentlich überraschende Ergebnis der neuen Studie ist jedoch, dass das «Kontrastniveau» zwischen Teller und Tischdecke das Essverhalten determiniert. «Wenn der Farbunterschied zwischen Gericht und Teller gering ist, zum Beispiel bei Tomatensauce und rotem Teller, verstärkt sich die Delboeuf-Illusion», erklärt van Ittersen. «Das Gehirn muss sich mehr anstrengen, um herauszufinden, wie viel wir uns aufgetischt haben.» Und das heisst: Eine höhere Konzentration geht einher mit weniger Kontrolle über die Portionen.

Kleine, bunte Teller empfohlen

Auch im Kontrastübergang vom Teller zur Tischdecke manifestiert sich die Täuschung. Wenn wir vor einem gleichfarbigen Tisch und Teller sitzen, erhöht sich auch unsere Nahrungsaufnahme. Der Forscher empfiehlt daher, den Kontrast zwischen Teller und Tischdecke zu minimieren. «Wenn dieser Farbgegensatz gering ist, wird der Effekt des äusseren Zirkels und damit die Delboeuf-Täuschung eliminiert», erklärt der Ernährungsexperte.

Vor dem Hintergrund, dass Nahrungsmittel mit Farbstoffen versehen sind, empfiehlt van Itteresen, kleine und bunte Teller zu verwenden. Mit dem Kniff könne man, so der Forscher, den Konsum um bis zu 21 Prozent reduzieren. Ob man das Hungergefühl damit überlisten kann, bleibt offen. Sicher ist: Das Auge (m)isst mit.

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