Kleintheater Luzern
Am «Unfrisiert»-Festival gibt's alles rund ums Thema Sex

Theater, Tanz, Spoken Word, Film, Referate, Drag und Disco – am Festival «Unfrisiert» unter dem Motto «Sex sells» wird Sexualität in ihrem ganzen Facettenreichtum präsentiert und «Unfrisiert» selbst zum facettenreichen Luzerner Kulturfestival.

Regina Grüter
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Teil der schweiz-kosovarischen Gruppierung um Jeton Neziraj und Katharina Cromme: Marie Gesien (oben) und Susanne Abelein (unten). Sie feiern Premiere am «Unfrisiert»-Festival mit dem Theaterstück «King Lori #Instagration».

Teil der schweiz-kosovarischen Gruppierung um Jeton Neziraj und Katharina Cromme: Marie Gesien (oben) und Susanne Abelein (unten). Sie feiern Premiere am «Unfrisiert»-Festival mit dem Theaterstück «King Lori #Instagration».

Bild: Mali Lazell

Die Formel «Sex sells» stammt aus der Werbung und ist längst nicht mehr nur ein Leitsatz für Boulevardmedien. «Liebe und auch Sexualität sind wahrscheinlich die am besten vermarktbaren Gefühle», sagt die israelische Soziologin Eva Illouz. In der Werbung, in Medien, aber auch in der Kultur herrschen nur allzu oft stereotype Muster vor. Was uns da verkauft wird, ist nicht die Art Sexualität und Liebe, wie sie in der Gesellschaft gelebt werden. Genau da setzt das Kleintheater Luzern mit der zweiten Ausgabe des «Unfrisiert»-Festivals an: Das Thema Sexualität soll in seinem ganzen Facettenreichtum gezeigt und für neue, noch häufig marginalisierte Erfahrungen, Geschichten und Fragestellungen geöffnet werden – mit Theater, Tanz, Performance und Spoken Word unter dem Motto «Sex sells».

Figuren in «fiktivem Drama»: Loredana und Ylfete Fanaj

«In den vergangenen Monaten mussten wir alle zwangsweise auf Distanz zueinander gehen, Körperlichkeiten und Berührungen sind zur Mangelware geworden», erklärt die Festivalleiterin Gina Dellagiacoma.

«Mit dem ‹Unfrisiert›-Festival wollen wir nun die schönste Nebensache der Welt wieder ganz ins Zentrum stellen: ein Programm voller explosiver Sinnlichkeiten und lustvollen Neuentdeckungen.»

Zu diesen «lustvollen Neuentdeckungen» gehört «King Lori #Instagration». Das Theaterstück der schweiz-kosovarischen Gruppierung um Jeton Neziraj und Katharina Cromme, welches am Montag Premiere feiert, beschäftigt sich mit Identität, Her- und Zukunft. Und hier steckt ganz viel Luzernbezug drin: Rapperin Loredana und Politikerin Ylfete Fanaj werden zu erfundenen Figuren in diesem Stück, «wie im Märchen, oder bei Netflix, oder auf Instagram». Durch Musik und Sprache beleuchtet das «fiktive Drama» die kontroversen Machenschaften des Musikstars und den vorbildlichen Erfolg der Politikerin. Als Begleitveranstaltung gibt es am Dienstag das Referat «Wie viel Sexismus steckt im Pop?» von Tobi Müller, organisiert vom Wissensfestival «aha».

Denn, das Kleintheater streckte seine Fühler aus und holte neben «aha» auch das Stattkino (Filmprogramm «6xSex»: www.stattkino.ch), das queere Kopfkino Kollektiv (Party) und Radio 3fach (Festivalstudio vor Ort) mit an Bord. Die Abteilung Spatial Design der Hochschule Luzern – Design und Kunst schliesslich bespielt die Zwischenräume und macht das Publikum zu Beteiligten. So wird «Unfrisiert» zum facettenreichen Luzerner Kulturfestival.

Montag, 7. bis Sonntag, 13. Februar, Kleintheater Luzern; Programm und Vorverkauf: www.kleintheater.ch, Tel.0412103350.