Apropos
Ebbe in der Bikini-Ecke

Unsere Autorin war in diesem Jahr noch nie im Rhein schwimmen. Was das mit ihrem Verzicht auf Kleiderkauf zu tun hat.

Rahel Empl
Rahel Empl
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Rheinschwimmen ist in Basel ein Volkssport (Bild: 2016). In diesem Jahr aber macht das Wetter ein Bad im Fluss unmöglich.

Rheinschwimmen ist in Basel ein Volkssport (Bild: 2016). In diesem Jahr aber macht das Wetter ein Bad im Fluss unmöglich.

Juri Junkov

Da sass ich nun in der warmen Stube, Regentropfen prasselten aufs Dachfenster und ich dachte, irgendwas fehlt. Und dann fiel mir ein: Ich war im Sommer 2021 noch kein einziges Mal im Rhein schwimmen. Für eine Baslerin kommt das einer kleinen Katastrophe gleich, das Bad im Fluss gehört zu den Höhepunkten des Sommers.

Aber der Rhein, der sonst im lieblich-grünblauen Kleid durch diese Stadt fliesst, gleicht jetzt einem lehmbraunen, wütenden Ungetüm, mit dem ich mich lieber nicht anlegen will.

Ebbe in der Bikini-Ecke also, aber das passt zu meiner Modepause: Ein Jahr lang kaufe ich keine Kleider, setze ein Zeichen gegen «Fast Fashion» und für ein besseres Klima. Auch keinen Bikini. Nicht weiter schlimm, ich würde das Teil eh nie tragen bei dem Wetter. Und im nächsten Jahr bestimmt entsorgen, weil er mir nicht mehr gefällt.

Mit meiner Haltung schwimme ich allerdings gegen den Strom; Verzicht fällt vielen Menschen schwer. Dabei fehlt es uns hier wahrlich an nichts. Okay, an fast nichts.

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