Konzert
Jeffrey Halford & the Healers: Durch den Wilden Westen ins Atlantis

Der US-Amerikaner Jeffrey Halford präsentiert im Atlantis seine Mischung aus Americana, Roots-Rock und Blues.

Michael Gasser
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Jeffrey Halford (links) mit The Healers Bill Macbeath und Adam Rossi.

Jeffrey Halford (links) mit The Healers Bill Macbeath und Adam Rossi.

zvg

In jungen Jahren musste Jeffrey Halford immer wieder seine Sachen packen, weil der Vater konstant auf der Suche nach neuer Arbeit und noch grösserem Glück war. «Ein ziemlich verrücktes Leben, doch wenn ich zurückschaue, dann hat mich das zu jenem Menschen gemacht, der ich heute bin», erklärte der Musiker einst in einem Radiointerview.

Nach der Highschool schrieb sich Halford zunächst für ein Architekturstudium ein, doch statt Baupläne zu büffeln, verdingte er sich letztlich lieber als Strassenmusiker. Ganz von seiner Passion für spannende Gebäude hat er nicht gelassen, wie die auf Tournee geschossenen Architekturbilder auf Facebook nahelegen.

Mittlerweile ist er seit über 25 Jahren als Jeffrey Halford & the Healers unterwegs – nicht mehr auf den Strassen, dafür in den Konzertsälen. Wer seiner mittlerweile zehnten Studioplatte «West ­Towards South» lauscht, bekommt eine deftige und zugleich knochentrockene Mischung aus Americana, Roots-Rock und Blues serviert. Angetrieben werden Halfords Lieder von seiner schneidenden Slide-Gitarre und seinem knurrenden Sprechgesang, der zu verdeutlichen scheint, dass mit ihm wohl nur bedingt zu spassen ist.

Mit einem Konzeptalbum durch den Wilden Westen

Wozu auch das Thema seines vor zwei Jahren erschienen Songzyklus’ passt: Die zehn Tracks bilden ein Konzeptalbum, lassen in den düsteren Wild-West-Mythos eintauchen und folgen der unheilvollen Geschichte zweier Brüder, die durch die USA streifen und dabei mit Pokerspielen, Schiessereien, Schuld und Sühne konfrontiert sind.

Halford steht dazu, dass sein Liedschaffen von Künstlern wie Bob Dylan oder J. J. Cale beeinflusst ist. Vom Ersteren hat er sein Flair für poetische Erzählungen, vom Letzteren den Hang zum Lakonischen. Für Schnörkel ist der in Kalifornien ansässige Künstler hingegen nicht zu haben. Seine Musik ist frei von Brimborium und rockt so fadengerade wie nur möglich.

Dementsprechend ist der 59-Jährige auch keiner, der endlos an neuen Stücken feilt. Laut ihm kann es sogar fatal sein, zu viel Zeit für das Einspielen einer Platte aufzuwenden. Viel wichtiger sei es, über eine vorzüglich eingespielte Band zu verfügen. Und mit einer solchen ist Jeffrey Halford aktuell einige Wochen lang in Europa unterwegs. Gemeinsam mit dem Multiinstrumentalisten Adam Rossi und Bill Macbeath am Bass liefere er dabei seinem Publikum ein Live-Erlebnis, das haften bleibe. Das nimmt man ihm nur zu gerne ab – zumal sein Sound und seine Storys sowohl Authentizität als auch Ausdrucksstärke förmlich zu verkörpern wissen.

Jeffrey Halford & the Healers, Sa, 23. 10., 20.30 Uhr, Atlantis Basel. www.jeffreyhalford.com

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