Die drei Vergessenen: Alice Bailly, Binia Bill und Clara Friedrich

Frauen durften Musen sein, Gattinnen und Mäzeninnen. Doch die Rolle einer massgebenden Künstlerin billigte man ihnen bis weit ins 20. Jahrhundert nicht zu. Alice Bailly, Binia Bill und Clara Friedrich teilten dieses Schicksal, ihren Leistungen fehlt bis heute die Anerkennung.

Daniele Muscionico
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Alice Bailly (1872-1938): «Femme en rouge», Jahr unbekannt.
Die Genfer Malerin Alice Bailly hat die Avantgarde in der Schweiz mit entscheidenden Impulsen gefördert. Kunstexpertinnen und -experten sind inzwischen der Ansicht, dass sie im gleichen Atemzug wie ihre Zeitgenossen Ferdinand Hodler und Cuno Amiet genannt werden müsste.
Binia Bill (1904-1988): Fotografie ohne Titel, um 1932.
Binia Bill war eine herausragende Fotografin der konkreten Sachfotografie der 1930er-Jahre. Sie stand als Künstlerin stets im Schatten ihres erfolgreichen Ehemanns Max Bill. Nach elf Ehejahren, 1942, gab sie ihre künstlerische Karriere endgültig auf und fotografierte ab dann nur noch zu privaten Zwecken.
Clara Friedrich (1894-1969): Ohne Titel, 1948. Die Zürcher Künstlerin war in den 1930er-/40er-Jahren eine anerkannte Stimme der konkreten Kunst. Während Sophie ­Taeuber-Arps Schaffen unterdessen zu Recht breit gewürdigt wird, blieben Friedrichs Werke bis heute zu Unrecht wenig bekannt.