Programm

5 Glanzlichter der Solothurner Literaturtage

Der Berner Schriftsteller Lukas Hartmann kommt nach Solothurn. (Archiv)

Der Berner Schriftsteller Lukas Hartmann kommt nach Solothurn. (Archiv)

Die Stimme

Grundlage für Shelley Kästners Debüt «Jewish Roulette» sind 21 Interviews mit jüdischen Menschen. Die Autorin formt daraus Texte, die am Leben teilhaben lassen. Und Lukas Hartmann erzählt in seinem Roman «Der Sänger» von den letzten Tagen des berühmten jüdischen Tenors Joseph Schmidt. Welche Rolle spielt die Stimme für die eigene Identität? Und in welcher Sprache sprechen wir für andere? In einem moderierten Gespräch sprechen die beiden über Formen des Sprechens und die Spur der Geschichte.

Literaturgespräch: Sa, 1. 6., 13 Uhr, Landhaus Säulenhalle

Die Forscherin

Judith Schalansky ist Schriftstellerin und Buchgestalterin. Bekannt wurde sie mit dem halb literarischen, halb kartografischen Bestseller «Atlas der abgelegenen Inseln», in dem sie fünfzig Inseln am Rand der Welt erkundet. Ihr neues Buch «Verzeichnis einiger Verluste» taucht ein in die Geschichte und sucht danach, was verlorenging, vergessen oder zerstört wurde. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die gegen das Vergessen ankämpfen. In ihren Geschichten bleibt das Abwesende präsent, und das Verschwundene wird auf geheimnisvolle Weise lebendig.

Lesung: Sa, 1. 6., 10 Uhr, Landhaussaal

Die Zukunft

Es fällt auf: Viele aktuelle Bücher spielen in der unmittelbaren Zukunft und entwerfen eine fiktive Welt, gezeichnet von Klimawandel und anderen Katastrophen oder gar dem Zusammenbruch der Zivilisation. Ein Podium mit Karen Duve, die am Sonntag mit dem Solothurner Literaturpreis geehrt wird, Julia von Lucadou, Heinz Helle und dem Literaturwissenschaftler Philipp Theisohn geht der Faszination dieser dystopischen Szenarien nach. Und fragt unter anderem, was Literatur über die Zukunft sagen kann.

Podium Dystopisches Schreiben: Sa, 1. 6., 14 Uhr, Stadttheater

Das Flanieren

Wie schon im letzten Jahr gibt es am Abend eine Reihe niederschwelliger Anlässe, die zu spontanem Innehalten, Zuhören und Verweilen einladen. Darunter etwa das Format «Auf ein Glas Wein mit ...». Dabei treffen sich zwei Autoren in einer Bar und sprechen darüber, was ihnen gerade einfällt. Ist Platz frei, kann man sich dazusetzen, zuhören oder auch mitdiskutieren. Es gibt ein Leseformat in Form eines Lottomatchs. Oder eine Duftbar mit schnupperndem oder schreibendem Zugang zur Welt der Düfte.

Abendprogramm: Fr, 31. 5., und Sa, 1. 6., zwischen 20 und 23 Uhr, in Bars, Restaurants und auf Plätzen der Solothurner Altstadt

Der Abschluss

Im August letzten Jahres erschien «Die Heimkehr» von Thomas Hürlimann, sein erster Roman nach zwölf Jahren. Das Buch ist ein Lebensroman, der Autor verarbeitet darin seine eigene Nahtoderfahrung und erzählt eine Odyssee zwischen Leben und Tod. Es ist ein funkelnder und sprühender Text voller Bildmacht, Witz und Selbstironie, gespickt mit kulturhistorischen Verweisen. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Thomas Hürlimann den Roman im vergangenen Jahr nicht persönlich vorstellen. Der Auftritt an den Literaturtagen ist seine einzige Lesung aus dem Roman.

Lesung Thomas Hürlimann: So, 2. Juni, 17 Uhr, Landhaussaal

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