Frankfurter Buchmesse

China will Kritiker von Symposium vor Buchmesse aussperren

Frau ordnet Bücher an Frankfurter Buchmesse (Archiv)

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Chinas Zensurbehörde will die Teilnahme kritischer Intellektueller an einem Symposium im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse an diesem Wochenende verhindern. Das berichteten die prominente Autorin Dai Qing und der Philosophieprofessor Xu Youyu.

Dem chinesischen Widerstand gegen eine Teilnahme von Dai Qing gaben die Organisatoren nach. In einem Schreiben an die Autorin, das der Nachrichtenagentur dpa in Peking vorlag, verwies Projektleiter Peter Ripken auf "eine Reihe ziemlich komplexer Fragen".

Er machte Kommunikationsfehler und die Haltung der chinesischen Kooperationspartner dafür verantwortlich. Die oberste chinesische Zensurbehörde in Peking hatte Dai Qing ein erstes Einladungsschreiben für das Symposium in Frankfurt vorenthalten, so dass sie kein Visum beantragen konnte.

In einem Telefonat mit Ripken akzeptierte Dai Qing seine Einladung für die Veranstaltung im Oktober. Das hochrangig besetzte Symposium will nach eigenen Angaben im Vorfeld "einen Beitrag zum Abbau von Missverständnissen und Vorurteilen" gegenüber China leisten.

Der Philosophieprofessor Xu Youyu sagte, nach seinen Erkenntnissen habe die chinesische Seite interveniert, "damit solche chinesische Teilnehmer, die unabhängige politische Ansichten vertreten, nicht eingeladen werden".

Offiziell wolle das aber niemand bestätigen. Der Professor ist Mitglied der Akademie der Sozialwissenschaften und hatte gerade zum 20. Jahrestag des Massakers am 4. Juni 1989 eine Aufarbeitung der Niederschlagung der Demokratiebewegung gefordert.

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