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Das Kurtheater in Baden ist schutzwürdig

Sanierung, Umbau und Erweiterung des Kurtheaters Baden lassen weiter auf sich warten: Der Anforderungskatalog muss nochmals überdacht, die Bausubstanz überprüft werden. Die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege bestätigt die Schutzwürdigkeit

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Im Drama um das Kurtheater Baden folgt ein Zusatz-Akt

Im Drama um das Kurtheater Baden folgt ein Zusatz-Akt

Roman Huber

Das mit Spannung erwartete Gutachten aus Bern ist eingetroffen. Und die kantonale Denkmalpflege, die eine originalgetreue Restaurierung des Sachs-Foyers verlangt, darf sich weitgehend bestätigt sehen: Die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EKD) stuft in ihrem Gutachten das Kurtheater architekturhistorisch als national bedeutungsvoll und darum schutzwürdig ein.

Sachs-Foyer wieder im Fokus

Beim Sanierungs- und Umbauprojekt sind laut EKD Garderobenhalle, Gartenfoyer, Zuschauerraum und Freilichttheater integral zu erhalten. Im Zentrum der Diskussion steht erwartungsgemäss der Umgang mit dem Sachs-Foyer.

Das von der Stadt und der Theaterstiftung zur Weiterbearbeitung vorgeschlagene Projekt Equilibre sieht zwar bis auf die Aussenhaut den materiellen Erhalt des Foyers vor, umhüllt dieses jedoch mit einer Erweiterung, die in einen zweiten, behindertengerechten Zugang führt. Die EKD lässt diese Lösung nur zu, wenn zwingende Anforderungen an Bau, Sicherheit und Theaterbetrieb den integralen Schutz verunmöglichen.

Die Bundeskommission bezeichnet allerdings den Vorschlag «Equilibre» der Architekten Boesch als bemerkenswert und attestiert ihnen eine «sorgfältige Auseinandersetzung mit der Architektur» von Erbauerin Lisbeth Sachs. In ihrem Gutachten geht die EKD auch auf das Wettbewerbsprogramm ein und ortet einen erheblichen Widerspruch zwischen den darin vorgegebenen Nutzungsanforderungen und dem Erhalt der Originalsubstanz. Man hätte laut EKD die Bausubstanz vorher eingehend prüfen müssen.

«Für das Theater ist die heutige Situation nicht ideal», kommentiert Stiftungsratspräsident Max Gretener die baulichen Verhältnisse und die Warterei. Stadt und Theaterstiftung müssen alle Anforderungen ans künftige Theater nochmals prüfen. Dann soll ein externes Büro die Bausubstanz analysieren. Kann man das Foyer erhalten, geht das Projekt sogar zurück an die Jury.

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