Regionale 16
Das Trinationale ist stärker noch betont

Im Raum zwischen Basel, Strasbourg und Freiburg beteiligen sich 19 Institutionen an der Kunstschau Regionale 16.

Christian Fluri
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Die Ausstellungsmacher der 19 Räume stellen ihre Beiträge vor.

Die Ausstellungsmacher der 19 Räume stellen ihre Beiträge vor.

Kenneth Nars

Das Thema einer regionalen Kunst löse sich heute immer mehr auf, konstatiert Claudio Vogt, Leiter Presse und Rahmenprogramme der Kunsthalle Basel. Künstler sind Reisende, haben oft mehrere, weit auseinander liegende Wohnorte, das können zum Beispiel Basel und Berlin oder Basel und New York sein.

Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Lotte Meret Effinger, Supernature, 2014, HD-Film
14 Bilder
Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Lotte Meret Effinger, Supernature, 2014, HD-Film
Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Rodrigo Hernandez, The Diversity of Today, 2015, Serie
Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Sarah Bernauer, Post-ABC, 2015, Film
Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Sarah Bernauer, Post-ABC, Gips, Kunststoff, Metall
Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Free Willi, Ruf der Freiheit, 2015, Verschiedene Materialien
Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Free Willi, Ruf der Freiheit, 2015, Verschiedene Materialien
Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Louise Guerra, Chapter 15 Sci-Fi Opera, Sleep Tracking App, Loop Station Island, 2015
Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Philipp Schwalb, Initiation IN..., 2012-2015
Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Louise Guerra, Chapter 15 Sci-Fi Opera, Sleep Tracking App, Loop Station Island, 2015
Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Philipp Schwalb, Initiation IN..., 2012-2015
Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Sarah Bernauer, Milky Ways, 2014 Film und Teppich
Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Lotte Meret Effinger, Surface-Glaze, 2015, 2K-Film
Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Lotte Meret Effinger, Surface-Glaze, 2015, 2K-Film

Die Regionale 16 in der Kunsthalle Basel Lotte Meret Effinger, Supernature, 2014, HD-Film

Kenneth Nars

Ein gutes Beispiel gibt der Mexikaner Rodrigo Hernández ab: Er studierte in Mexiko City, Maastricht und Karlsruhe und war Stipendiat der Laurenz Stiftung in Basel, und wohnt derzeit in einem New Yorker Atelier der Christoph Merian Stiftung. Er ist ein Künstler der regionalen Ausstellung in der Kunsthalle. Diese globalen Realitäten der Kunstszene rauben der regionalen Kunstschau somit ihr ureigenes Thema. Das trifft wohl noch am wenigsten für die Region Basel zu. Denn die Regionale war von Anfang an grenzüberschreitend konzipiert und erstreckt sich seit 16 Jahren auf den trinationalen Raum zwischen Basel, Liestal, Strasbourg und Freiburg, thematisierte damit, dass Kunst heute – wenn sie für gewisse Zeit auch regional verankert ist – sich global ausrichtet. Damit die Trinationalität auch breit gelebt wird, ist die Zahl der sich beteiligenden Institutionen in diesem Jahr nochmals um drei auf 19 erweitert worden. Damit sind Strasbourg und Freiburg stärker vertreten. Dennoch sind in diesem Jahr weniger Künstlerinnen und Künstler beteiligt, es sind 215, die letzten Jahre waren es über 250. Weshalb dies? Weil uns einige Künstlerinnen und Künstler in mehreren Ausstellungsräumen begegnen. Ausgewählt wurde aus 600 Dossiers.

Elena Filipovic, die neue Direktorin der Kunsthalle Basel, unterstreicht die Bedeutung der Regionalen, die ein Spiegelbild des gegenwärtigen Schaffens von Künstler aus der Region oder solchen, die gerade auch hier leben, ist. Die Regionale ermöglich die breite öffentliche Auseinandersetzung mit der Kunst aus den drei Ländern.

Thematisch ausgerichtet

Fast alle Ausstellungsräume haben ihre Ausstellungen unter ein Motto gestellt. Ganz unterschiedlich ist die Zahl der ausgewählten Künstlerinnen und Künstler pro Ausstellung. Die Kunsthalle Basel, in der in diesem Jahr die 19 Institutionen ihre Schauen den Medien präsentierten, widmet sich der jungen Kunst: «Jungs, hier kommt der Masterplan», heisst die Ausstellung (siehe unten). Im Kunsthaus Baselland fragt Direktorin Ines Goldbach nach dem Umgang mit dem Licht: «Illuminate The Space». Sie hat sich dabei weitgehend auf die eingesandten Dossiers abgestützt: «Die Regionale dient auch uns Kuratorinnen dazu, Neues zu entdecken», merkt sie an. Damit ist die Regionale auch eine Entdeckungsreise für die Ausstellungsmacher. Dabei sind im Kunsthaus Baselland nicht einfach bestehende, eingesandte Arbeiten zu sehen, sondern die 19 Künstlerinnen und Künstler haben sich auf die eigene Architektur eingelassen und ihre Auseinandersetzung mit dem Licht und den Lichtquellen.

Im Haus der elektronischen Künste Basel setzen sich 12 Positionen mit «The Worlds They Wanted» auseinander, mit der Kreation eigener Welten, eigener virtueller Realitäten – und trifft damit natürlich das, was elektronische Künste ausmacht. Derweil geht der Palazzo in Liestal in 18 unterschiedlichen Positionen dem Politischen in der Kunst nach und postuliert: «Don’t be afraid.»

Die Fabrikculture in Hégenheim fragt nach den Lebenslügen, von denen man sich verabschiedet oder gerade nicht verabschiedet hat – und tut dies in
21 Positionen und in einem philosophischen Gespräch (13. Dezember).

Trinationale Kunst-Reise

Das Kunsthaus L6 und das Kunstwerk T 66 in Freiburg greifen das globale in der Kunst, die Realität des Künstlers, der sich mal hier, mal dort aufhält und arbeitet, im weitesten Sinne auf: «We are nowhere but here» heisst die Ausstellung im Kunsthaus – «In beetween» jene im T 66. Hier wird unser Dasein hinterfragt, der Prozess der eigenen Entwicklung. Immer befindet sich der Künstler zwischen etwas, zwischen Orten, zwischen Positionen, zwischen Zuständen, zwischen Ländern.

Regionale 16 19 Institutionen zeigen Kunst aus dem trinationalen Raum, teils bis Ende Dezember, teils bis Januar. An vier Tagen gibt es Busfahrten zu allen Ausstellungsräumen.

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