Frankfurter Buchmesse

Die weltgrösste Bücherschau ist eröffnet

Chinas Vizepräsident Xi Jinping und Angela Merkel in Frankfurt

Chinas Vizepräsident Xi Jinping und Angela Merkel in Frankfurt

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse alle Besucher aufgefordert, dem Gastland China mit «grosser Neugier» zu begegnen. Der Ehrengast müsse sich jedoch auch kritischen Fragen stellen.

"Es kann - und ich bin mir sicher - es wird keine Tabus in der Diskussion geben", sagte Merkel zum Auftakt der weltgrössten Bücherschau am Abend in Frankfurt. "Das ist nämlich der Kern der Meinungsfreiheit, für die kaum ein Genre der Kunst so sehr steht wie die Literatur."

Veranstaltungen wie die Buchmesse böten "eine wunderbare Gelegenheit, sich ein genaueres Bild von China zu machen". "Ich fordere alle auf: Seien sie neugierig, haben Sie keine Vorurteile und scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen", sagte Merkel beim Festakt zur Eröffnung, an dem neben chinesischen Schriftstellern auch Chinas Vizepräsident Xi Jinping teilnahm.

Im Vorfeld der Messe hatte es bereits zahlreiche Debatten um Zensur und Menschenrechtsverletzungen in China gegeben. Merkel sagte lediglich, sie sei sicher, dass es keine Tabus in den Diskussionen geben werde.

Die Bundeskanzlerin hob zudem grundsätzlich die Bedeutung von Büchern für die Freiheit hervor. Diese hätten ein "grosses freiheitliches Potenzial". Das habe sie als Bürgerin der DDR selbst erlebt. Bücher gefährdeten Diktaturen. Sie hätten auch eine wichtige Rolle beim Fall der Mauer und dem Überwinden des Kalten Krieges gespielt.

Vizepräsident Xi Jinping bezeichnete die Buchmesse als Chance für sein Land, aber auch für das Ausland. Nach 30 Jahren Reformen sei China zur weiteren Öffnung gegenüber der Welt bereit. Sein Land erwarte aber beim Kulturaustausch "Verständnis und Respekt".

Unterschiedliche politische Systeme dürften nicht Konfrontationen rechtfertigen. Er wies darauf hin, dass China an einer Modernisierung seiner Verlagsindustrie arbeite und dabei vom Westen lernen könne. Bereits jetzt komme ein Viertel aller jährlich neu erscheinenden Titel in China aus dem Ausland.

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