Kunstmuseum
Ein Blick in die Geschichte: Darum ist das Kunstmuseum Basel so berühmt

Das Kunstmuseum Basel ist neben dem Kunsthaus Zürich das bedeutendste Museum der Schweiz. Aber wie ist es zu seinem Ruf gekommen?

Sabine Altorfer
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Eines der vielen Highlights der Sammlung: Pablo Picassos «Sitzender Harlekin. Für ihn sammelten die Basler Geld.

Eines der vielen Highlights der Sammlung: Pablo Picassos «Sitzender Harlekin. Für ihn sammelten die Basler Geld.

Kunstmuseum Basel

Das Kunstmuseum Basel ist neben dem Kunsthaus Zürich das bedeutendste Museum der Schweiz. Es ist mit seinem Anfang 1661 nicht nur die älteste öffentliche Kunstsammlung Europas, sondern mit rund 4000 Gemälden, Skulpturen und Videos sowie unglaublichen 300 000 Zeichnungen und druckgrafischen Blättern auch die grösste der Schweiz.

Berühmt ist das Haus für seine Alten Meister: für den «toten Christus im Grab» von Hans Holbein d. J. wie für die Gemälde von Lucas Cranach oder Konrad Witz. Und weltberühmt ist auch seine Sammlung der Klassischen Moderne. Oskar Kokoschka, Paul Klee, Ernst Ludwig Kirchner, Henri Matisse, Salvador Dalí, Marc Chagall ... Sie sind die Schwerpunkte des frühen 20. Jahrhunderts.

Und natürlich Picasso: Damit zwei seiner Bilder (aus einer Privatsammlung) in Basel bleiben konnten, sammelte die Basler Bevölkerung 1967 Geld und bewilligte in einer Volksabstimmung einen Kredit von sechs Millionen Franken. Das rührte den Künstler dermassen, dass er den Baslern zum «Sitzenden Harlekin» und den «Zwei Brüdern» vier weitere Werke schenkte.

Mit amerikanischer Kunst der Nachkriegszeit – Gemälden von Weltruf –, mit viel Fotografie und raumfüllenden Installationen hat das Kunstmuseum Basel seine Sammlung in die Gegenwart gebracht. «Im Gegensatz zum Louvre haben wir nicht nur eine tolle historische Sammlung – und anders als das New Yorker MoMa nicht nur neuere Kunst», rühmte Direktor Bernhard Mendes Bürgi gestern sein Haus.

Mäzeninnen sind Basels Stärke

Mäzene sind in Basel so präsent und grosszügig wie sonst kaum in einer anderen Schweizer Stadt. Das zeigt sich in Schenkungen und Leihgaben von Gemälden: Die grosse Sammlung der Emanuel Hoffmann Stiftung von Maja Sacher steht dem Museum zur freien Verfügung. Und erinnert sei an den jüngsten Coup: Dank Mäzenen kam der millionenteure Werkzyklus «Verkündigung nach Tizian» von Gerhard Richter ins Haus.

Vor allem verhalfen Mäzeninnen dem Museum immer wieder zu seiner Erweiterung. Maja Sacher-Stehlin finanzierte mehrheitlich das 1980 eröffnete Museum für Gegenwartskunst (heute Kunstmuseum/Gegenwart), wo die raumfüllenden Arbeit «Feuerstätte» von Joseph Beuys eines der Herzstücke darstellt. Auch für den aktuellen Neubau kam die Initiative wieder von einer Gönnerin der Hoffmann-Oeri-Familie. Maja Oeri schenkte dafür nicht nur das Grundstück des «Burghofs», sondern auch 50 Millionen Franken, die halben Baukosten.

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