Theater
Im August wirds richtig heiss

Schock für den Gemeinderat: Die Umsetzung des Siegerprojekts zur Sanierung des Stadt-theaters wird neu auf 13,5 Mio. Franken veranschlagt. Bis zur Finanzplandebatte im August soll das Stadtbauamt deshalb eine «abgespeckte» Variante erarbeiten. Das Projekt an sich wurde für gut befunden.

Drucken
Theater

Theater

Solothurner Zeitung

Wolfgang Wagmann

Eine «sehr komplexe Aufgabe» sei der Umbau, meinte der von der Stadt mit der Projekt-Weiterbearbeitung betraute Architekt und Experte Heinrich Schachenmann. So sei die jetzige Statik des Theater-Hauptbaus nur für die bestehenden Holzböden ausgelegt, neu gehe man von Betondecken aus. Verschiedene Niveaus zwischen Theater und dem zugekauften Krieg-Haus, das der Foyer-Erweiterung dienen soll, die Haustechnik, die Schalldämpfung, aber vor allem der Brandschutz und die Fluchtwege seien kostenintensiv, zumal seit Langem nichts mehr gemacht worden sei.

«Eine Etappierung bringt keine Verbilligung», warnte Schachenmann eindringlich. Zwei Drittel bis drei Viertel der Kosten würden nur schon für die Werterhaltung des Hauses anfallen und seien eigentlich nicht beeinflussbar. Werner Stebler, Leiter Stadtbauamt, betonte, im Quervergleich lägen alle Wettbewerbsprojekte und auch das Siegerprojekt in Sachen Kosten eng beisammen. Um dann die «rund 14 Millionen» Schachenmanns zu präzisieren: Auf 1,1 Mio. Franken für die vorgesehene Umgestaltung des einbezogenen Kollegiumhofs könne man vorläufig verzichten; der Bau koste 12,5 Mio., dazu brauche man eine Reserve von 1,2 Mio., und 1 Mio. Franken sei für die Aussiedlung des Spielbetriebs beim Umbau einzusetzen. Also summa summarum rund 13,5 Mio. - wobei die Kostengenauigkeit zwischen 25 Prozent minus oder plus liegen könne. Bis zur Behandlung des Finanzplans Ende August sollte jedoch das Projekt weiterentwickelt werden, wobei zu prüfen sei, wo man noch «abspecken» könne.

Skepsis bei den Bürgerlichen ...

Es gebe Spielraum, da das Projekt noch nicht «budgetwirksam» werde, mahnte Stadtpräsident Kurt Fluri, einen «kühlen Kopf» zu behalten, auch wenn im Hochbau jetzt einiges auf die Stadt zukomme. FdP-Sprecher Yves Derendinger sprach sich zwar für den Jury-Entscheid aus, doch seien die Kosten so «nicht tragbar. «Wir reden jetzt vom doppelten Betrag als ursprünglich angenommen.» In der Finanzplan-Debatte vom 25. August müsse deshalb der Grundsatzentscheid fallen, ob man «so überhaupt weiterfahren kann». Sollten die Kosten nicht «massiv» runtergefahren werden, «hat das Projekt einen schweren Stand».

Zum «Flaggschiff der kleinstädtischen Elitekultur» befand Pirmin Bischof (CVP), der Sanierungsbedarf sei ausgewiesen, der Jury-Entscheid zum Projekt richtig. Doch sollten zu den 13,5 Mio. noch 25 Prozent Plus kommen, wäre man auf 18 Mio. Franken, schätzte er deshalb die Chancen auf eine rasche Realisierung schlecht ein. Vorzuziehen seien in jedem Fall die Hermesbühl-Turnhallen, und man sollte bei der Weiterbearbeitung des Theater-Projekts die neue Stadtbauamt-Führung einbeziehen. Zudem empfahl Bischof das Prüfen «neuer Finanzierungsmodelle», worauf Stadtpräsident Kurt Fluri leicht genervt konterte: «Dass Regionsgemeinden Investitionsbeiträge geben, könnt ihr vergessen.»

... und Druck aufs Tempo durch die SP

In allen Teilen stimmte Sylvia Sollberger (SP) dem Jury-Entscheid zu. Die Sanierung sei «unverzichtbar», eine Etappierung dränge sich nicht auf, «und wir sind auch nicht für ein Hinausschieben. Das Ganze ist dringend, dringend.» Architektin Marguerite Misteli, für die Grünen dahin zurückgekehrt, wo sie vor 30 Jahren für die Poch begonnen hatte, äusserte Sicherheitsbedenken. «Wir können nicht zuwarten, sonst müssen wir das Theater zutun.» Da «drei Viertel der Kosten ohnehin anfallen, wenn man das Gebäude erhalten will, gibt es keine anderen Lösungen». Kurt Fluri ergänzte, die Gebäudeversicherung habe schon lange auf die prekäre Situation aufmerksam gemacht. Doch scheiterte ein Zusatzantrag der SP, man solle bei der - ansonsten unbestrittenen Projektweiterbearbeitung - den Schwerpunkt auf den Brandschutz und die Fluchtwege legen.

Aktuelle Nachrichten