Lesung

«Jetzt lesen Sie weiter!»

Peter Stamm diskutiert mit einer Leserin, Mitorganisatorin Schwester Elisabeth Müggler hört interessiert zu.  Foto: Malini Gloor

Peter Stamm

Peter Stamm diskutiert mit einer Leserin, Mitorganisatorin Schwester Elisabeth Müggler hört interessiert zu. Foto: Malini Gloor

Der Autor Peter Stamm las aus seinen Büchern vor und plauderte mit interessierten Leserinnen in der Bibliothek Schlieren über seine Schreibweise.

Malini Gloor

Donnerstagabend in der Bibliothek Schlieren: Gespannt warten die Frauen - Männer hat es keine - auf Peter Stamm, der aus seinem Roman «Agnes» vorlesen wird. Dies im Rahmen der «Abenteuer Buch»-Reihe, welche Lesefreudige ansprechen soll, die über ein Buch diskutieren und geschichtliche sowie geografische Hintergründe erfahren und den Autor treffen möchten.

Ausgerüstet mit dem buch «Agnes», Notizblock und Stift, machen sich die Zuhörerinnen Notizen. Bibliotheksleiterin Heidi Berri stellt Peter Stamm vor und erzählt, vor zehn Jahren habe er schon in der Bibliothek aus «Agnes» vorgelesen, er sei verheiratet und habe zwei Kinder. «Frau Berri hat gut über meine Bücher recherchiert, und ich habe zwei Kinder, aber verheiratet bin ich nicht. Nur, damit Sie nicht meinen, ich hätte meinen Ehering vor der Lesung abgestreift!», korrigiert der Autor mit einem Lächeln die Auskünfte über sich. Die Lacher im Publikum sind ihm sicher. Zum Auftakt liest Peter Stamm aus seinem Buch «Wir fliegen» (2008) die Erzählung «Drei Schwestern». Gespannt hören die Besucherinnen der ruhigen, klaren Stimme von Peter Stamm zu.

Im zweiten Teil liest er aus «Agnes» (1998) und merkt an: «Jetzt können Sie schauen, was mein Schreibstil in den zehn Jahren gemacht hat.» Die intensive Geschichte zieht einen in den Bann, und genau an einer spannenden Stelle hört der Autor auf zu lesen: «So, und jetzt können Sie selber weiterlesen!», animiert er die Lesefreundinnen. Beim anschliessenden Apéro mit Feigenbrot von Mitinitiantin Elisabeth Müggler, katholische Ordensschwester, wird viel diskutiert und gelacht. Claudia Schulz, reformierte Pfarrerin und ebenso Mitorganisatorin des Anlasses, freut sich: «So liest man ein Buch viel intensiver und macht sich mehr Gedanken.»

Ruth Brunner ist spontan an die Lesung gekommen, denn sie sei oft in der Bibliothek und leihe sich viele Bücher aus: «Ich fühle mich wie zu Hause hier, auch wenn ich nur kurz die Zeitungen durchblättere», lobt sie die Atmosphäre. Bibliotheksleiterin Heidi Berri freut sich über die vielen Bücher-Fans: «Die Abenteuer-Buch-Reihe findet Anklang. Heute kamen wahrscheinlich keine Männer, weil es um Gefühle und Beziehungen ging. Aber sie sind auf jeden Fall willkommen!»

Buchbesprechung: Mittwoch, 3. März, 19 Uhr, Bibliothek Schlieren

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