«Esch das dä loschtig?» Der kleine Bub deutete mit dem Finger auf Emil Steinberger. «Jo. Das esch ne», antwortete seine Mutter. Es war am Montag kurz vor 17 Uhr an der Zentralschweizer Frühlingsmesse Luga auf der Luzerner Allmend. Emil stand vor der Eventbühne, wo er gleich den Anerkennungspreis 2019 des Luzerner Regierungsrats für sein Lebenswerk erhalten würde. Er schüttelte Hände, redete mit Bekannten, lächelte freundlich in die ihm entgegengestreckten Handy-Kameras.

Das Intermezzo mit dem Buben war bezeichnend: Emil gehört uns allen, er fasziniert Jung und Alt gleichermassen. «Er hat uns mit unseren Mödeli ertappt und aus uns allen kleine Emils gemacht.» So formulierte es der Schweizer Kabarettist Bänz Friedli später in seiner berührenden Laudatio auf den Preisträger.

Emils Sprüche sind Volksgut geworden

Viel Polit- und Kulturprominenz war da, darunter – mit Ausnahme des im Piemont weilenden Präsidenten Robert Küng (FDP) – der ganze Regierungsrat. An Küngs Stelle begrüsste Vize-Regierungspräsident Paul Winiker (SVP) die Anwesenden. Emil verkörpere «die Verbindung von Ideenreichtum, Disziplin und Heiterkeit», sagte er, bevor er den Preis übergab. Laudator Friedli konnte sich einen Polit-Seitenhieb nicht verkneifen. «Diese Verleihung ist eine typische Emil-Nummer», meinte er: «Ausgerechnet der, der noch nicht weiss, ob er wiedergewählt wird, darf den Preis übergeben.» Er habe weitere Kandidaten gesichtet – «nur Bärtsch nicht, die hat es nicht nötig». Gelächter im Publikum. Natürlich brauche Emil diesen Preis nicht, sagte Friedli mit Bezug auf einen kritischen Kommentar in unserer Zeitung: «Aber die Luzerner brauchen ihn; es wäre eine Schande, ihm diesen Preis nicht zu geben.» Emils Sprüche seien Volksgut geworden.

Emil bot an der Preisverleihung einen seiner beliebtesten Sketches dar, die Bauernregeln «Im Januar, im Januar - isch alles stief ond starr». Der Preis besteht aus einer Urkunde, einem Kunstobjekt der Luzerner Künstlerin Saskya Germann und einem Preisgeld von 10 000 Franken.