Todesfall
Mathias Gnädinger in Abschiedsbrief: «Seid nicht traurig» 

Letzten Herbst schrieb Mathias Gnädinger (†74) einen Abschiedsbrief an seine Frau, Kinder und Brüder. Er wollte zwar alt werden, habe sich aber mit dem Thema Sterben und Tod auseinandergesetzt, sagte sein Bruder Angelo Gnädinger vor den Medien.

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Schauspieler Mathias Gnädinger starb am Karfreitag im Universitätsspital Zürich
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Mathias Gnädinger wurde 74 Jahre alt
Mathias Gnädinger ist tot (3)
Mathias Gnädinger bei den Dreharbeiten zur zweiten Staffel der SRF-Krimiserie «Der Bestatter»
Mike Müller (links) und Mathias Gnädinger während den Dreharbeiten zur zweiten Staffel der SRF-Krimiserie «Der Bestatter». (2013 in Zumikon)
Fahren dem Lebensende entgegen: Jörg Schneider und Mathias Gnädinger in «Usfahrt Oerlike».
Schneider (l.) und Gnädinger in "Usfahrt Oerlike" (Pressebild)
Mathias Gnädinger (l.) und Jörg Schneider in Solothurn (Archiv)
Mathias Gnädinger (l.) mit Jörg Schneider an den Solothurner Filmtagen.
Hansjörg Schneider (links), der Erschaffer von Kommissär Hunkeler, und Matthias Gnädinger (Archiv)
Matthias Gnädinger spielt im Jahr 2002 die Hauptrolle im Landschaftstheater "An Heiligen Wassern" nach dem gleichnamigen Roman von J. C. Heer.

Schauspieler Mathias Gnädinger starb am Karfreitag im Universitätsspital Zürich

Mathias Gnädinger hat im letzten Herbst vor den Dreharbeiten in Japan für einen Kinofilm einen Abschiedsbrief an seine Frau, Kinder und Brüder geschrieben, den diese nach seinem Tod entgegennahmen.

"Seid nicht traurig", sei die Botschaft im Abschiedsbrief gewesen, wie sein jüngster Bruder Angelo Gnädinger am Samstag vor den Medien sagte.

Der Schauspieler, der schon seit längerer Zeit an Herzproblemen litt, war am 5. März zu Hause in Stein am Rhein SH ausgerutscht und hatte sich eine Oberschenkelfraktur zugezogen, die einen Operation nötig machte.

Vor gut zwei Wochen wurde er dann wegen akutem Lungenversagen in die Intensivstation des Zürcher Universitätsspitals eingeliefert. In den letzten Tagen sei er nicht mehr ansprechbar gewesen, sagte sein Bruder.

Während seine Frau und die vier Brüder am Karfreitag von den Ärzten über die Krankheit informiert worden sind, ist Mathias Gnädinger gestorben.

"Er wollte alt werden", sagte Angelo Gnädinger, seit Längerem habe er sich aber auch mit dem Thema Sterben und Tod auseinandergesetzt. Auch in seinen letzten Filmen ging es ums Sterben, so auch im neusten Kinofilm "Usfahrt Oerlike".

Die Beziehung zum zweiten Hauptdarsteller Jörg Schneider, der nach den Dreharbeiten von einer schweren Erkrankung erfuhr, sei ihm auch sehr wichtig gewesen. Als Willi sagteGnädinger in "Usfahrt Oerlike" zum Lebensmüden Hans (Schneider): "Ich stirbe na vor dir".

Und auch die Figur "Louis Lauener", die Gnädinger in der TV-Serie "Der Bestatter" spielt", ist in der letzten Folge gestorben. Im letzten Herbst in Japan gedrehten Kinofilm "Der grosse Sommer", der im Herbst ins Kino kommen soll, geht es ebenfalls ums Altern.

"In die Welt hinaus und zurück in die Heimat"

Angelo Gnädinger, der ein Vierteljahrhundert lang für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) war, erinnert sich an seine Kindheit, wie "Mathis" seinen Brüdern immer wieder Geschichten erzählt hat. Er sei dann - als Schauspieler - als erster in die Welt hinausgegangen, aber immer auch wieder zurück in seine Heimat gekommen. Und dies habe er auch seinen Brüdern empfohlen.

Ganz wichtig für seine Schauspielerkarriere sei dessen Onkel und Künstler Josef (Seppel) Gnädinger gewesen. Dieser habe ihn als Regisseur des Dorftheaters erstmals auftreten lassen und ihn dann später an der Schauspielschule in Zürich angemeldet. Die Beziehung zu Seppel sei ein Leben lang wichtig geblieben.

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