Mit Zuversicht in den Blindflug

Die Kulturnacht Solothurn kann beginnen: Organisatoren und Ausführende sind bereit – auch wenn nicht ganz alle wissen, was am 2. Mai auf sie zukommt. Die Erfahrungswerte fehlen nämlich völlig. Der Vorfreude tut dies aber keinen Abbruch.

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KulturnachtSolothurn

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Solothurner Zeitung

Christian Fluri

Noch vier Tage - dann steigt in Solothurn die erste Kulturnacht. Mehr als 20 Veranstalter machen am 2. Mai in 18 Häusern Programm. Eine Riesenübung also, die allen Beteiligten vollen Einsatz abverlangt. «Bei uns sind alle Mann und alle Frauen an Deck, inklusive der Kommissionsmitglieder. Für die Kulturnacht braucht es einfach alle», sagt beispielsweise Walter Künzler, Konservator des Naturmuseums. In Sachen Ideenreichtum ist man sich beim Naturmuseum ja einiges gewöhnt. Und dennoch: «Für uns ist das Ganze eine grosse Herausforderung, aber auch ein grosser Plausch», so Künzler.

Ähnlich klingt es bei einem anderen Museumsleiter: «Bei uns laufen die Proben und die Vorbereitungen für die Führungen auf Hochtouren», verrät Marco Leutenegger vom Museum Altes Zeughaus. Dem Historiker ist die Vorfreude auf die aussergewöhnlichen Ereignisse im altehrwürdigen Haus förmlich anzuhören. «Beispielsweise wird das Haus abgedunkelt. Das gibt eine ganz andere Sicht auf das Zeughaus.» Der Chef persönlich wird ebenfalls Führungen leiten. Viel mag er allerdings noch nicht verraten. Nur so viel: «Es werden einige historische Figuren auftreten, die ihre ganz eigene Version ihrer Geschichte zum Besten geben werden», erklärt Leutenegger. Natürlich gebe es auch fundiertere Beiträge, aber «ich freue mich schon sehr darauf, mich und meine Arbeit einmal von einer anderen, weniger wissenschaftlichen Seite zu zeigen», so Leutenegger.

Bauchgefühl fehlt gänzlich

«Jetzt gehts richtig los. Jetzt fliegts», freut sich Eva Gauch, Leiterin des Koordinationsteams der Kulturnacht. Sie sei im Moment zwar mehr mit Stromanschlüssen und Apéros beschäftigt, aber die vielen guten Reaktionen auf das vielfältige Programm und das Konzept gebe schon Anlass zur Vorfreude, sagt sie. Eine Prognose wagt sie nicht, denn: Mit der Kulturnacht begehen alle Beteiligten Neuland. «Wir haben keinerlei Erfahrungen mit dieser Art Veranstaltung. Das Ganze ist eigentlich ein Blindflug.» Der erfahrenen Kulturfrau Gauch fehlt in Bezug auf die Nacht der Nächte übrigens etwas: «Normalerweise habe ich vor einer Veranstaltung jeweils ein Bauchgefühl, wie die Sache herauskommt. Diesmal fehlt mir das gänzlich. Ich hatte noch nie so ein ‹Kein-Gefühl›», lacht sie.

«Das ist ein Hammerangebot»

«Es ist enorm spannend, wenn man zusammen etwas so Grosses auf die Beine stellt», sagt Pipo Kofmehl, Leiter der Kulturfabrik Kofmehl. Im rostigen Gebäude gibts anlässlich der Kulturnacht viel Hip-Hop. Grosse Änderungen im normalen Abendablauf wird es für das erfahrene Kofmehl-Team nicht geben. Dennoch: «So eine Kulturnacht ist schon viel aufwändiger als ein normaler Abend. So etwas geht natürlich nicht mehrmals pro Jahr.» Die Kulturnacht zeige auf, wie vielfältig die Kulturszene hier sei, so Kofmehl weiter. Und im Stil eines abgebrühten Werbers fügt er hinzu: «Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist super. Das ist ein Hammerangebot.»

«Wenn es schon eine Kulturnacht gibt, ist es klar, dass wir mit dabei sind», sagt Rudolf Fischer vom Theater Mausefalle. Hier wird man am Samstag die Filet-Stücke hervornehmen, denn «der Anlass ist natürlich auch gute Werbung für unser Haus». So gibts in der «Mausefalle» neben dem allzeit beliebten Impro-Theater «Improvision» unter anderem auch Loriot-Sketches oder mit Andersens «Des Kaisers neue Kleider» Theater für die ganze Familie.

Der erfahrene Musiker Ben Jeger lässt sich auch von einer Kulturnacht nicht aus der Ruhe bringen. «Das Kulturnachtkonzept ist ja so, dass wir dreimal ein nur 30- bis 40-minütiges Set für wechselndes Publikum spielen. Wir müssen also nicht ein abendfüllendes Programm erarbeiten. Die Orkestermusiker sind alles gestandene Profis, die gut vorbereitet an die Proben kommen. So bleibt der Aufwand im Rahmen», erklärt Jeger, der in der Kulturgarage mit seinem «Orkester Ben Jeger» ein Best-of-Programm aus seinen Werken «Idraulica» und «Aria» zum Besten geben wird.

Details zur Kulturnacht gibts heute in dieser Zeitung auf Seite 34 und unter www.solopool.ch

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