Eklat

Regisseur Kusturica schmeisst Interviewer raus

Kusturica mit Drohfinger (Archiv)

Kusturica mit Drohfinger (Archiv)

Der serbische Regisseur Emir Kusturica hat ein Interview über seine umstrittene politische Vergangenheit abgebrochen, die Journalisten hinausgeworfen und das Filmmaterial beschlagnahmt. Dies berichteten Zeitungen in Belgrad und Zagreb.

Der 54-Jährige, dessen politische Filme in Cannes zahlreiche Preise bekommen hatten, sei regelrecht ausgerastet, meldete das kroatische Staatsfernsehen (HRT), dessen Journalisten von dem Eklat betroffen waren. "Es handelt sich um "eine typische Räuberei und einen Diebstahl", sagte der kroatische Interviewer Aleksandar Stankovic.

Er habe Kusturica zu dessen Nähe zum inzwischen verstorbenen serbischen Autokraten Slobodan Milosevic gefragt, als dieser das Gespräch abgebrochen, die Journalisten des Hauses verwiesen und das Filmmaterial habe beschlagnahmen lassen. Kusturica selbst bestritt das. Die Journalisten hätten ihr Material "vergessen", sagte er.

Kusturica stammt aus einer serbisch-muslimischen Familie in Sarajevo, hatte jedoch während der Bürgerkriege in den 90er Jahren den serbischen Präsidenten Milosevic unterstützt.

Der Regisseur hatte sich mit Filmen wie "Zeit der Zigeuner" (1989) und "Schwarze Katze, weisser Kater" (1998) über das Leben der Roma international einen Namen gemacht. 2005 hatte er es zum Leiter der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes gebracht. 2008 war sein Film über die Fussball-Legende Diego Maradona vorgestellt worden.

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