Die Familiensammlung der Basler Unternehmerin Esther Grether gehört zu den international bedeutendsten Privatsammlungen mit Werken aus der Klassischen Moderne bis in die Gegenwartskunst. Das Kunstmuseum Basel bettet nun für rund ein halbes Jahr einen kleinen Teil von 19 Werken in die Dauerausstellung im Hauptbau ein, wie aus einer Medienmitteilung vom Mittwoch hervorgeht.

Dieses Vorgehen ist ungewöhnlich für ein Museum dieses Rangs. Das Kunstmuseum nutzt aber den Umstand, dass wegen Umhängungen in den Räumen der Klassischen Moderne vorübergehende Lücken entstehen. Diese werden nun mit den ausgewählten Werken der Sammlung Grether temporär ausgefüllt.

Das Museum macht also aus der Not eine Tugend. Dies im mehrfachem Sinne. Denn neben Werken unter anderem von Paul Cézanne, Alberto Giacometti und Francis Bacon sind vor allem Bilder des figurativen Surrealismus zu Gast - ein Gebiet, das nicht zu den Schwerpunkten des Kunstmuseums zählt.

Magritte-Kabinett

So wird René Magritte ein eigenes Kabinett gewidmet. Von diesem belgischen Surrealisten finden sich in der hauseigenen Sammlung keine Werke. Zu sehen sind so ikonische Bilder wie "La belle du nuit" und "La grande guerre" aus den 1930er- und 1960er-Jahren.

Ein weiteres Highlight des figurativen Surrealismus ist Salvador Dalìs "Cygnes se reflétant en élephants" - ein Dalì-Traum- und Trugbild wie aus dem Bilderbuch. Vom exzentrischen Katalanen ist im Museum mit "Girafe en feu" zwar bereits ein bekanntes Werk zu sehen, aber ebenfalls nicht als Teil der hauseigenen Sammlung, sondern als Dauerleihgabe der Emanuel-Hoffmann-Stiftung.

Nicht ganz auf Sammlungs-Brachland stossen die Werke von Max Ernst, Man Ray und Yves Tanguy, die nun ebenfalls vorübergehend den Weg ins Kunstmuseum finden.

Als das Kunstmuseum Basel 2014 unter dem Titel "For Your Eyes Only" das ebenfalls mit vielen Magrittes bestückte Kunstkabinett von Richard und Ulla Dreyfuss präsentierte, konnte das Haus die Schenkung von zwei wertvollen Altmeisterzeichnungen durch die Sammlerin verkünden. Die aktuelle Präsentation von Werken aus der Sammlung Grether ist nicht mit einem Schenkungsversprechen verbunden, wie auf Anfrage zu erfahren war.