Jubiläum
Walter Andreas Müller: «Globi und ich haben sehr viel gemeinsam»

80 Jahre Globi-Bücher: Walter Andreas Müller, die Stimme des blauen Vogels, über Gemeinsamkeiten und die Zukunft des blauen Vogels in Karohosen.

Martina Odermatt
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Walter Anderas Müller ist seit fast 40 Jahren die Stimme von Globi.

Walter Anderas Müller ist seit fast 40 Jahren die Stimme von Globi.

Zur Verfügung gestellt

Seit fast 40 Jahren leihen Sie Globi Ihre Stimme. Seit zehn Jahren schreiben Sie die Hörbücher und inszenieren Sie. Verleidet das nicht?

Walter Andreas Müller: Nein, es macht immer noch riesig Spass. Die Produktionsfirma ist offenbar auch glücklich darüber. Ich habe dem Verlag schon mal angedeutet, sie sollten sich gelegentlich Gedanken über eine neue Stimme machen, falls meine mal nicht mehr mitmacht. Ich spreche ja mit meiner eigenen Stimme, ohne technische Hilfsmittel. Aber dafür haben sie kein Gehör.

Globi hat in seiner 80-jährigen Karriere viele Kinder begleitet. War er auch Teil Ihrer Kindheit?

Absolut. Als ich etwa fünf Jahre alt war, hatte ich zwei Kinderbücher, die ich jeweils bei meiner Tante auf dem Kachelofen gelesen habe. Das eine war ein Globi-Buch und dann gabs da noch den Struwwelpeter. Aber «Wie Globi Bauer wurde» war meine Bibel.

Sie haben mit Globi schon einige Abenteuer erlebt. Was haben Sie und der blaue Vogel gemeinsam?

Wir haben sehr viel gemeinsam. Wir sind beide sehr optimistisch, neugierig, wach, fröhlich, hilfsbereit und an vielem interessiert. Diese Attribute von ihm decken sich mit meinen.

Und was können Sie von ihm lernen?

Globi ist ein permanent positives Wesen, er schaut immer vorwärts. Da kann man noch sehr viel lernen. Diese Energie macht ihn auch so einmalig und bei Kindern so beliebt. So «unsterblich» kann man fast schon sagen.

Welches Globi-Abenteuer war am spannendsten zu inszenieren?

«Globi und die Pirateninsel». Wir konnten mit tollen Geräuschen arbeiten, und es waren auch sehr spannende Abenteuer, die Globi da erlebt hat.

Seit 80 Jahren schweizweit bekannt: Globi.

Seit 80 Jahren schweizweit bekannt: Globi.

Keystone

Und welches Buch fehlt noch?

Was mir noch am Herzen liegt, weil das für mich auch eine tolle Jugenderinnerung war, wäre zum Beispiel «Globi bei den Pfadfindern».

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie anfangen, ein Buch zu vertonen?

Ich stehe immer vor einem riesigen Berg, wenn ich die Rohzeichnungen und die ersten Verse bekomme. Ich denke dann manchmal: ‹Mein Gott, wie soll daraus ein Hörspiel werden?› Aber wenn es dann fertig ist, bin ich erleichtert und erfreut, dass es wieder gelungen ist. Übrigens habe ich bei jedem Hörspiel, das ich neu anfange, das Gefühl, es sei das Schwierigste.

2003 haben Sie sich mal einen Globi im Bundesrat gewünscht, weil dort alle Globis seien. Dieser Band ist bis heute nicht erschienen. Sind unsere Bundesräte heute keine Globis mehr?

Ach ja, das habe ich gesagt? Das war wahrscheinlich ein Bonmot. Ich bezeichne unsere Bundesräte eigentlich nicht als Globis. Im Moment haben wir einen sehr guten Bundesrat, der sehr gut zusammengesetzt ist und gut arbeitet. Ich denke, vom Umfeld her wäre es sicher noch ein spannendes Thema – was Globi im Parlament und im Bundeshaus alles erlebt. Aber alleine über unsere Bundesräte ein Globi-Buch zu machen, das fände ich nicht so lustig.

Der blaue Vogel in Karohosen ist mit 80 Jahren ein «alter Hase». Gibt es da überhaupt noch neue Abenteuer für Globi?

Da gibt es noch viele, auch neuzeitliche Themen. Der aktuelle Band «Globi im alten China» ist sicherlich ein spezielles Thema, da wurde ich zuerst stutzig und habe beim Verlag nachgefragt: ‹Hallo, wieso gerade im alten China, warum nicht einfach ‹Globi in China›?› Aber das Resultat kann sich doch sehen lassen.

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