Frankfurter Buchmesse

Weniger Besucher und besseres Geschäft an Frankfurter Buchmesse

Teppich mit Büchermuster in Frankfurt

Teppich mit Büchermuster in Frankfurt

Trotz eines leichten Besucherrückgangs zufriedene Gesichter: Auf diesen Nenner kann die 61. Frankfurter Buchmesse gebracht werden. «Von Krise kein Wort», bilanzierte der Sprecher der weltgrössten Bücherschau, Thomas Minkus, die vergangenen fünf Tage.

Insgesamt kamen nach ersten Schätzungen knapp 290'000 Menschen - rund 10'000 weniger als beim Besucherrekord im vergangenen Jahr. Rund 7300 Aussteller (Vorjahr: 7373) aus 100 Ländern hatten mehr als 400'000 Titel angeboten, darunter 124'000 Neuerscheinungen.

Die guten Bilanzen waren laut Minkus vor allem auf das "brummende Geschäft" mit Lizenzen zurückzuführen. Gerade Anbieter aus dem angelsächsischen Raum meldeten nach Berichten von Branchenblättern zum Teil die besten Abschlüsse seit Jahren.

Renner waren Tagebuchnotizen aus der Haft von Nelson Mandela, die zum Auftakt der Messe der amerikanische Verlag Farrar, Straus and Giroux für eine unbekannte Summe erwarb. Angebote aus anderen Ländern wie Deutschland sollen bereits vorliegen.

Auch der deutschen Branche ist der Optimismus nicht abhandengekommen. "Bei uns ist die Wirtschaftskrise bislang nicht angekommen", sagte der Sprecher des S. Fischer Verlags, Martin Spieles. Weder beim Einkauf von Büchern im Ausland noch beim Marketing werde gespart.

Viel härter trifft die Krise kleinere Verlage, die sich junger anspruchsvoller Literatur verschrieben haben. So war der Zürcher Ammann Verlag nach 29 Jahren letztmals auf der Messe vertreten. Egon Ammann gibt im kommenden Jahr das Geschäft auf.

Fürs Publikum hatte die Buchmesse dieses Jahr viel zu bieten: Mit Herta Müller eine selbstbewusste frischgekürte Nobelpreisträgerin, die vehement Partei für die Kritiker des Gastlandes China ergriff, und mit Günter Grass einen alten Würdenträger, der 50 Jahre "Blechtrommel" feierte.

Um den Ehrengast blieb es trotz der wochenlangen Diskussionen im Vorfeld auf der Messe relativ ruhig. Der grosse Eklat blieb aus. Aber zwischen der offiziellen Delegation, die sich über mangelnden "Respekt" beklagte, und den China-Kritikern gab es auch keine Brücken.

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