Figurentheater
Wenn die Titanen den Münsterplatz beschreiten

Kommenden Mittwoch eröffnet einegigantische Show auf dem Münsterplatz das diesjährige Figurentheater-Festival.

Elena Manuel
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Der acht Meter hohe Gigant besucht bald das Münster.

Der acht Meter hohe Gigant besucht bald das Münster.

Jean Pierre Estournet

Acht Meter gross ist der Riese. Er läuft, hüpft, springt, tanzt, marschiert, strauchelt, richtet sich wieder auf und schreitet weiter. Wovon schon Viktor Frankenstein träumte, kann nun für Basler zu einem wahrhaften Erlebnis werden: Ein gigantisches, menschenähnliches Wesen wird zum Leben erweckt – am 16. September auf dem Münsterplatz. Dann feiert nämlich das Figurentheater-Festival in Basel seine diesjährige Eröffnung.

Poetische Pyromanie

14 Darsteller und Puppenspieler aus Frankreich geleiten den Giganten auf den einmaligen Spaziergang, wo sich Poetisches mit Pyromanischem verbindet. Ebenso gigantisch wie der Auftakt präsentiert sich das gesamte Figurentheaterfestival in diesem Jahr: 14 Produktionen aus acht Ländern werden in nur fünf Tagen gezeigt. Die neue künstlerische Leitung, bestehend aus Kathrin Doppler und Marius Kob, hat also viel vor. 14 Produktionen in fünf Tagen? Das klingt nach einer Stückmenge, die man als Besucher unmöglich besichtigen kann. Das neue Format, das Kob und Doppler in die diesjährige Ausgabe überführen, macht den Besuch aber möglich. Viele der Stücke haben nämlich eine knackige Kürze von 30 Minuten. Schaulustige Nimmersatte können sich somit auf einen Parcours begehen, der an einem Abend durch fünf Stücke führt.

Unter diesen Kurzauftritten befindet sich zum Beispiel das zärtlich liebliche Stück vom Kollektiv Aïe Aïe Aïe «Ma biche et mon lapin». Darin geht es um die Liebe in all ihren Facetten – dargestellt anhand von zerbrechlichen Objekten, wie einer Schnapsflasche, einer Porzellanfigur in Form eines Hasen, oder einem leeren Glas.

Ein anderes Kurzstück heisst «Schweini’s vegane Kochshow Vol. II». Ein entlaufenes Mast-Schwein versucht in einer skurrilen Kochsendung, das Essverhalten der Welt zu verändern – ein Unternehmen, das nicht ungefährlich ist und sich deshalb eher für ältere Zuschauer eignet.

Auch für Kinder

Kinder ab vier Jahren kommen zum Beispiel bei Strassentheatern in den Genuss der Puppenkünste. In einem alten Schulbus, der für das Festival aus Amsterdam nach Basel gereist ist, können sich Kinder mit dem Holländer Oscar auf «Die grosse Reise» begehen und in nur 35 Minuten um die Welt flitzen.

Im musikalischen Stück «Der Sardellenkönig träumt» werden Kinder selbst zu Haupt-Akteuren: Eine Primarschulklasse und Musikschüler Riehens tauchen gemeinsam in musikalische Wasserwelten ein und erzählen die Geschichte eines uralten Sardellenkönigs, der mit der Hilfe einer Meeresgrundel Träume zu deuten versucht. Neben diesen und anderen Stücken können Besucher auch szenische Konzerte, klassische Handpuppenspiele und eine begehbare Ausstellung im Museum der Kulturen besichtigen.

Da sich nicht alle Figurentheater für Kinder ab vier Jahren eignen, lohnt sich ein Blick ins Programm: www.figurentheaterfestival.ch

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